Juli 2006 Archives
This land ist your land - ohne sozialen Patriotismus ist ein inklusiver Wohlfahrtsstaat schlicht unvorstellbar. taz, Jänner 2004
Die SPÖ geht demonstrativ zuversichtlich ins Superwahljahr 2004. In Wahrheit steht sie freilich nicht viel besser da als vor einem Jahr. Jänner 2004.
Osama & seine Freunde. Der Islamismus sei die neue totalitäre Bedrohung, heißt es. Jedenfalls ist es an der Zeit, sich mit der Gedankenwelt seiner Vordenker intensiver vertraut zu machen. Die sind keine frömmelnden Mullahs, sondern brillante Köpfe. Falter, taz, Jänner 2004
Ist der Kapitalismus eine Religion? Das Publikum jedenfalls glaubt an ihn und treibt den Götzenkult. Ein Sammelband fragt, was das zu bedeuten hat. taz, Februar 2004
Im dritten Band der Schriften und Reden Michel Foucaults kann man dem Pariser Gelehrten beim Denken zusehen - und beim Erfinden jener Begriffe, ohne die heute kein sozialphilosophischer Diskurs mehr auskommt. Falter, taz, februar 2004
Live auf allen Kanälen, Schulter an Schulter mit John Lennon, für Nixons Leute ein gefährlicher junger Demagoge: Im Frühjahr 1971 war John F. Kerry schlagartig zu einer nationalen amerikanischen Figur mit Pop-Star-Aura geworden. Die Geschichte von ein paar Tagen, die den Mann prägten, der George W. Bush schlagen will. März 2004.
Die Neokonservativen hatten Recht und Unrecht zugleich. Ihr "demokratischer Expansionismus" hat die richtigen Fragen aufgeworfen, ihr imperialer Gestus einen produktiven Umgang mit der Situation verhindert. Wie realistisch ist die "Modernisierung Arabiens" nun, one year after? März 2004
Die Neokonservativen hatten Recht und Unrecht zugleich. Ihr "demokratischer Expansionismus" hat die richtigen Fragen aufgeworfen, ihr imperialer Gestus einen produktiven Umgang mit der Situation verhindert. Wie realistisch ist die "Modernisierung Arabiens" nun, one year after? März 2004
Osama & Freunde. Der unorthodoxe linke US-Essayist Paul Berman fordert in einer wuchtigen Streitschrift, die totalitäre Bedrohung durch den Islamismus ernst zu nehmen. John Gray langweilt dafür mit einem Essay über die "Geburt al-Qaidas aus dem Geist der Moderne". Falter, taz März 2004.
Wie der Djihadismus zu einer Terrorreligion wurde, die vom Triumph des Todes über das Leben träumt. Eine kurze Kulturgeschichte der al Kaida. Falter, April 2004
Wie der Kommerz in alle Poren dringt. Schwierig, aber noch immer faszinierend und von erstaunlicher Aktualität: "Das Kapital" von Karl Marx. Eine Rezension für den "Fluter", die Online-Zeitung der deutschen "bundeszentrale für politische bildung". April 2004
Die Kärntner Koalition ist schlimm. Noch schlimmer ist aber das politische Missmanagement der sozialdemokratischen Führungsriege. Eine Antwort auf die SPÖ-"Kommunikations"(!)-Chefin Katharina Krawagna-Pfeifer. Standard April 04
Für den Westen war der Osten der Traum von der Flucht aus der langweiligen Posthistorie. Dass dessen Einwohner gar nicht in einem History-Park leben wollten, konnten wir nicht verstehen. Und übersahen darum fast, welch grandioses historisches Ereignis der Beitritt der zehn neuen EU-Mitglieder darstellt. Falter, April 04
Die USA sollten Demokratie und Modernität mit Waffengewalt exportieren, verkündeten Amerikas Neokonservative vor einem Jahr. Dass das Experiment im Irak bislang ziemlich schief ging, irritiert sie keineswegs. taz, April 2004
Ein Lob dem 1. Mai. Mag der "Feiertag des Proletariats" auch zu einem Volksfest geworden sein, so stellt er doch einen Eingriff in den öffentlichen Ablauf des Stadtlebens dar. Er irritierte Routinen und lässt die Ahnung entstehen, dass die Dinge nicht unbedingt so ablaufen müssen, wie sie immer ablaufen. taz, 1. Mai 2004
Nebensachen von Links. Keine Tragödie ohne Farce. Es ist angesichts der Weltlage nicht notwendig, ein Linksradikaler zu sein, um völlig durchzuknallen. Aber es hilft. Eine Einführung in "antideutsche" und "antiimperialistische" Narreteien.
Ende dieses Jahres entscheidet die EU über Beitrittsgespräche mit der Türkei. Hierzulande herrscht lagerübergreifender Kleinmut. Würde Europa dem modernsten moslemischen Land die Türen zuschlagen, vergäbe es eine grosse Chance - und würde überdies wortbrüchig.
Ryszard Kapuscinski, der vielleicht grandioseste Reporter der Gegenwart, über das Desinteresse des Westens an der Dritten Welt, die Akkumulation von Demütigungen, die die unterentwickelten Gesellschaften erfahren und warum er auch mit 72 Jahren noch sein Leben riskiert. Falter & taz, Mai 2004
Ohne der unbedingten Überzeugtheit, das Gute zu verkörpern, wären US-Soldaten nie in der Normandie gelandet – und auch nicht im Militärgefängnis von Abu Ghraib. taz, Juni 06
USA. „Nie wieder“, hatte Amerika sich nach Vietnam geschworen, dürfe die Nation ihre Moral verlieren. Jetzt schlittert das Land abermals in einen Morast des Verbrechens. Weil Kriege immer entarten – und weil man nicht nur ein bisschen foltern kann. Die profil-Coverstory zum Abu Graib Skandal, Juni 2006
USA. „Nie wieder“, hatte Amerika sich nach Vietnam geschworen, dürfe die Nation ihre Moral verlieren. Jetzt schlittert das Land abermals in einen Morast des Verbrechens. Weil Kriege immer entarten – und weil man nicht nur ein bisschen foltern kann. Die profil-Coverstory zum Abu Graib Skandal, Juni 2006
Die Kriegsskeptiker sehen sich durch das Desaster der USA mit Recht bestätigt. Die Gefahr besteht, dass jetzt das Kind mit dem Bad ausgeschüttet wird. Standard & taz, Juli 2004
Terrorismus. Islamistische Krieger schockieren den Westen mit Videobildern von Enthauptungen. Für sie ist das Köpfen Ungläubiger seit Mohammeds Zeiten Gottes liebste Tötungsart. Ist das Kopfabschneiden eine moslemische Marotte? profil, taz, Juli 2004
Eigenhändig habe er Nicholas Berg den Kopf abgeschnitten, ließ er via Internet verbreiten: Abu Musab al-Zarqawi, der schon als neue Zentralfigur um Terror-Import-Export-Business gilt. Der Irak ist bloß seine Hauptoperations-Basis.
Barack Obama, schwarzer Shooting Star der Demokraten, löst einen regelrechten Hype aus: als erster Schwarzenführer, der nicht durch die Grenzen zwischen den Rassen geprägt wurde, sondern durch die Globalisierung und die Mischung der Kulturen. profil, Oktober 2004
Tax & Spend: Nichts fürchten Sozialdemokraten heute mehr, als dass sie den Ruf der "Steuererhöhungspartei" hätten. Falter, September 2004
Jeremy Rifkin, amerikanischer Polit-Bestsellerautor, über den Aufstieg der leisen Supermacht Europa, das Ende des amerikanischen Traums und dem Triumph der Kooperation über die Konkurrenz. Falter, September 2004
Interview. Gore Vidal, der zornige alte Mann der US-Literatur,
über den „Despoten“ Bush, die verlorenen Tugenden Amerikas und die
Schwierigkeiten beim Schreiben seiner Autobiografie. profil, 2004
Der Intellektuelle im allgemeinen und im besonderen: Wolf Biermann wird heute sechzig Jahre alt
Wolf Biermann hat die Streitaxt weggelegt und für eine neue Platte wieder zur Gitarre gegriffen
Politisches Buch. Diagnose "Asoziale Marktwirtschaft": Die Journalisten Ernst Schmiederer und Hans Weiss haben akribisch recherchiert, warum große Konzerne heute praktisch keine Steuern mehr zahlen. Falter, September 04
US-Wahlen. Gut möglich, dass demnächst ein Demokrat das Weiße Haus regiert. Wer hofft, dann herrsche wieder Friede, Freude, Eierkuchen, könnte eine Überraschung erleben. Denn Amerika bleibt, was es ist: die Hypermacht mit globaler Ausnahmestellung.
Amerikas Neokonservative entdecken empört, dass der Literaturnobelpreis an eine kommunistische, antiamerikanische Pornographin ging.
Gut möglich, dass John F. Kerry gewinnt, ebenso gut möglich ist, dass die Vereinigten Staaten in eine tiefe nationale Krise schlittern. Ein Gespräch mit Jeremy Rifkin. profil, November 2004
Gilles Kepel, franzöischer Dschihadisten-Experte, über die Anschläge von Taba, den Aufstand im Irak sowie die schwer zu beurteilende Frage, ob die Islamisten in der Offensive oder in der Defensive sind. Falter, taz, November 2004
Gilles Kepel, franzöischer Dschihadisten-Experte, über die Anschläge von Taba, den Aufstand im Irak sowie die schwer zu beurteilende Frage, ob die Islamisten in der Offensive oder in der Defensive sind. Falter, taz, November 2004
Amerikas Groß-Kommentatoren sind sich über die Deutung des Wahlergebnisses nicht ganz im klaren. Die meisten fallen trotzdem zur Sicherheit in den tiefen Blues. Falter, November 2004
Iring Fetscher, der 82jährige Doyen der deutschen Politikwissenschaft, über seine Wiener Wurzeln, den Tod seines Vaters am allerletzten Kriegstag, Karl Marx' eklatante Wahrheiten und die Sehnsucht nach freien Tätigkeiten jenseits von Markt und Kommerz. Falter, Dezember 04
Wenn die Islamisten den Westen nicht hätten, müssten sie ihn glatt erfinden: Gilles Kepel und Fouad Allam beschreiben die paradoxe Struktur des Dschihadismus in einer global vernetzten Welt. taz, Falter, Dezember 04
Terrorismus. Islamistische Krieger schockieren den Westen mit Videobildern von Enthauptungen. Für sie ist das Köpfen Ungläubiger seit Mohammeds Zeiten Gottes liebste Tötungsart. Ist das Kopfabschneiden eine moslemische Marotte? profil, Sommer 04
Der islamistische Terror ist nicht nur eine nahöstlicher Import, er ist ein Produkt der Moderne und eine Abwehrreaktion auf sie. Über Europa nach dem Mord an Theo van Gogh. profil, Dezember 04





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