Oktober 2006 Archives

Politik der Gefühle

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Österreich: Warum die Große Koalition aus denselben Gründen, die sie eigentlich notwendig machen würden, kaum mehr möglich ist. taz, 1. November 2006

Viel Spass, Frau Knecht!

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Ein bißchen Zeit für Werbung für gute Freunde muss sein. Also: Doris Knecht, die Kolumnen-Göttin, hat ein neues Buch mit gesammelten Kolumnen bestückt. Es heißt "So geht das! Wie man fidel verspießert" und wird im Czernin-Verlag herauskommen. Präsentiert wird es am Freitag, 3. November 2006, 20 Uhr im Kiosk, in der Schleifmühlgasse 7, im 4. Bezirk in Wien. Eine erlesene Menschenmischung wird aus Knechts Kolumnen lesen: Martin Blumenau, Florian Klenk, Wolf D. Prix, Christian Schachinger, David Schalko, Dirk Stermann, Armin Wolf. Und Chris Duller legt dann auf. Alles nähere auf der Knecht-Homebase.

1. November, Republikanischer Klub

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Nächste Termine:

Am 1. November diskutiere ich im Republikanischen Klub im Rahmen eines Symposiums zu 20. Jahrestag der Klubgründung um 19.30 gemeinsam mit Araba Evely Johnston-Arthur, Petra Bayer, Alev Korun und Peter Huemer (Moderation: Sibylle Summer) zur Frage: Von der Politik des Gefühls zur Koalition mit dem Rassismus. Welche Chancen hat der Populismus des Ressentiments? Was können wir dagegen tun?

Am 23. November habe ich in meiner Reihe "Genial dagegen" um 19 Uhr im Kreisky-Forum den dänischen Wohlfahrtsstaats-Theoretiker Gösta Esping-Andersen zu Gast. Das Thema: "Warum brauchen wir einen neuen Wohlfahrtsstaat?"

Camping-Politik

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Macht man sich Gedanken über den Zustand der westlichen Demokratien, dann stößt man schnell auf einen recht seltsamen Sachverhalt: auf Polarisierung bei gleichzeitiger Abwesenheit substantieller politischer Programmkonflikte. Ein Versuch, die Politik des Ressentiments zu verstehen. Ein Beitrag zur den laufenden Koalitionsverhandlungen, geschrieben für die nächste Ausgabe der Liga, der Zeitschrift der Liga für Menschenrechte.

„Dumm gelaufen, Blödsinn gemacht“

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profil, 30. Oktober 2006. Die „BILD“-Zeitung, die auch sonst nicht für besonders elegante Typographie berühmt ist, druckte die Schlagzeile in extra fetten Lettern:

„SCHOCK-FOTOS“.

„Deutsche Soldaten schänden Toten“.

Die Schröder-Revival-Tour

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Erst Macht, dann Markt. Gerhard Schröder läßt einen Hype um seine Memorien inszenieren, und schon gibt es ein Nostalgie nach dem abgewählten Kanzler. Ein Beitrag für die Sendung "Tageszeichen" auf WDR 3 und für den Standard, 28. Oktober 2006

Hören kann man das ganze auch Hier

Inter-Nett

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Mein Artikel "We are the web" wird heftig debattiert. Heute gab es eine launige Kritik im Web-TV-Portal "Rebell.tv", inklusive der Korrektur eines Fehlers (ich zitierte Manuel Castells, schrieb irrtümlich aber Robert Castel). Ist im untenstehenden Text schon ausgebessert. Auch wenn ich ironisch aufgespießt werde, Rebell.tv gucken sei dennoch empfohlen.

Ein Gespräch mit dem Wirtschaftsnobelpreistäger Joseph Stiglitz gibt es hier als Audio-Datei: Download file  (November 2006) Das Transkript findet sich hier.

Diagnose: Asozialität

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Noch einmal zum Thema Unterschicht, diesmal etwas anders: Die deutsche Politik entdeckt die „Unterschicht“ – und fragt sich, ob das U-Wort nicht politisch unkorrekt ist. Dabei ist eines viel unkorrekter: die Leugnung des Problems, dass ein ganzes Milieu in Aussichtslosigkeit lebt. Falter, 25. Oktober 2006

Todeszone Mittelmeer

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Eine Meldung aus diesen Tagen: 40.000 Menschen, vor allem aus Afrika, haben dieses Jahr bereits mit kaum seetüchtigen Tschunken europäisches Staatsgebiet erreicht - 3000 sind beim Versuch, es zu schaffen, ertrunken. Mehr als 20.000, so Schätzungen, sind in den vergangenen zehn Jahren gestorben. An die Touristenstrände werden regelmäßig Wasserleichen gespült. Das Mittelmeer ist eine große Todeszone geworden.

We are the web!

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Web 2.0 heißt, dass sich die Realität des Netzes der Idee vom Netz anverwandelt – es wird demokratisch, partizipativ, kooperativ. Jeder kann sein Ding machen. Allerdings: Wer nicht im Netz ist, ist sozial inexistent. Standard, Album, 21. Oktober 2006

Am Sonntag, 22. Oktober, sprach ich in der Reihe "Frankfurter Dialoge" über den "Nutzen der Utopie oder die Lesbarkeit der Welt". Die Reihe ist von Wolfgang Engler kuratiert.  Zum Nachlesen gibt es hier die Rede.

Was ist mit unseren Konservativen los?

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Warum gibt es eigentlich keinen weltoffenen Konservativismus in diesem Land und warum sind die liberalen Christdemokraten so schwach? Warum gibt es in der ÖVP keinen Aufstand gegen Wolfgang Schüssel? Ein Gastkommentar zum Zustand der rechten Reichshälfte, erschienen dort, wo so etwas hingehört. "Die Presse" vom 19. Oktober 2006.

Und wer auch noch wissen will, wie das Publikum in diesem Milieu auf sowas reagiert, der findet die Postings hier.

Versuchsweise extrem

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Fundstücke eines Alleslesers 4 

Eine meiner Lieblingsformulierungen, die Leser meines Buches "Genial dagegen" wissen das, ist der Satz aus einem Brief Walter Benjamins an seinen Jugendfreund Gershom Scholem, er versuche die politischen Momente seines Denkens zu entwickeln - und zwar "versuchsweise extrem".

Wahrscheinlich ist das die hübscheste Formel, in der der Extremismus jemals aufgetreten ist.

Unterschichten?

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Wer ist die „Unterschicht“, die jetzt auch die Politik entdeckt? Und wo, verdammt noch einmal, war die bisher? Über die Karriere einer Vokabel, die Gefahr läuft, einen semantischen Beitrag zur Deklassierung der Deklassierten zu leisten. taz, 17. Oktober 2006

Ein europäisches "Wir"?

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Am kommenden Freitag diskutiere ich im Wiener IHS über "europäische Identitäten" (siehe Termine". Zur Einstimmung hier schon einmal eine Rede, die ich im November 2000 im Wiener Künstlerhaus hielt. Die hieß damals: In zwei Richtungen blicken. Über die Möglichkeit und Unmöglichkeit eines europäischen "Wir".

GHO ist 60!

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Georg Hoffmann-Ostenhof, profil-Kolumnist, Arbeiter-Zeitungs-Legende und vor allem: Freund seit Jugendtagen (meinen Jugendtagen, nicht seinen), ist 60 Jahre alt.

Ich gratuliere!

ÖVP-Watch

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Unter dieser Rubrik werden interessante Neuigkeiten über das Verhalten der ÖVP nach ihrer Wahlniederlage dokumentiert. Für den Fall, dass die ÖVP doch noch bereit sein sollte, zu einer staatspolitisch verantwortlichen Rolle zurückzufinden, biete ich allerdings jetzt schon an, mich für alles Gewünschte zu entschuldigen, die Ehrenhaftigkeit aller Gatten und Gattinnen, Geliebter und Geliebten aller ÖVP-Funktionäre zu bezeugen und sogar eine Ehrenerklärung für den Gatten der Gesundheitsministerin abzugeben. Dazu hat sich, was bestimmt nicht ohne Grund sein kann, bisher ja nur eine Person in diesem Land bereit gefunden (Josef Cap)

Graff fordert Schüssels Rücktritt

18. 10. Endlich geht es los - Michael Graff, einstiger ÖVP-Generalsekretär, fordert als erster öffentlich Schüssels Rücktritt: "Ich sage: Schüssel muss gehen. Er hat einen Scherbenhaufen angerichtet - nach vielen großen Leistungen. Er kann jetzt nicht mehr weiter herum tricksen, es soll sich endlich ausgetrickst haben."

Weiter so!

Was auch eine schöne Pointe der Geschichte ist: Schüssel ließ die Grünen 2002 auflaufen. Hätte er mit ihnen koaliert, wäre er wahrscheinlich Kanzler geblieben. In dem Fall ist vielleicht nicht die Weltgeschichte das Weltgericht, aber zumindest die Lokalhistorie das Bezirksgericht.

Schüssel im O-Ton

Im Kurier vom 15. Oktober deutet der Wahlverlierer erstmals die Möglichkeit einer ÖVP-FPÖ-BZÖ-Koalition an: "Wir lassen uns nicht unter Druck setzen, weil es angeblich nur eine Möglichkeit gibt".

"Das wichtigste Entgegenkommen ist, dass wir jetzt an den Verhandlungen teilnehmen" - sagte Schüssel am 11. Oktober, um damit weiter "Kompromisse" auszuschließen.

Black Jokes - Jokes about Blacks

Kennen Sie den schon?

Schlagzeile: Gusenbauer: "Er wollte, dass ich Gebieter zu ihm sage."

Folgendes freilich ist kein Witz, sondern ernst gemeinter Inhalt einer ernst gemeinten Tickermeldung:

"ÖVP wirft SPÖ Postenschacher vor" und weiter: Auch Grasser besorgt: "Am meisten Sorgen macht mir, dass die SPÖ nicht einmal grundsätzlich gesagt hat, dass man keine politischen Eingriffe bei Postenbesetzungen wolle". Grasser! Man fasst es nicht! Haben Sie keinen Unglaubwürdigeren gefunden?

 

"Es gibt sie noch, die guten Dinge"

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Fundstücke eines Alleslesers - die Blogkolumne 3

Zu einer der hübscheren Ambivalenzen der Authentizitätssehnsucht, von der gestern hier die Rede war, zählt ja der Umstand, dass sie meist als Abgrenzung zum Konsumismus daherkommt. Motto: Ganz bei mir bin ich nur, wenn ich mich von den Waren nicht beherrschen lasse. Aber das ist natürlich Schnee von gestern. Denn schnell hat der Konsumkapitalismus erkannt, dass auch die Authentizitätssehnsucht ein wunderbarer Markt ist.

 

"Ich will so bleiben wie ich bin"

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           Fundstücke eines Alleslesers - Blogkolumne 2          .

Leserin Paula Z. hat zum gestrigen Fundstück ("Vaginageruch?") auf meinem taz-blog angemerkt, dass auch die "Selbstsorge" des Konsumenten, einmal in den Mittelpunkt der Werbung gerückt, "abschreckende Wirkung haben kann". Paula: "Der Slogan 'Ich will so bleiben, wie ich bin!' beispielsweise ...

 

 

Vaginageruch?

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Fundstücke eines Alleslesers - die Blogkolumne Nr. 1

Im Unterschied zur frühen Kosmetikwerbung stellt die heutige die Selbstsorge des Konsumenten und der Konsumentin in den Mittelpunkt, zeigt Wolfgang Ullrich in seinem neuen Buch Habenwollen: "Ging es damals darum, dank einer Creme oder eines Deos anderen besser zu gefallen und peinliche Situationen zu vermeiden, steht mittlerweile die Selbstsorge der Konsumenten im Zentrum." Das zivilisatorische Minimum - beispielsweise: "nicht stinken" - wird, bei den Adressaten der Kosmetikwerbung zumindest, vorausgesetzt.

 

Österreichs Wahlwunder

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Kann die SPÖ unter Alfred Gusenbauer das Kanzleramt erobern und die Fenster weit aufstoßen? Notwendig wäre es nach den sechs bleiernen Jahren der ÖVP-FPÖ-Koalition. Ein Wahlkommentar für die "Blätter für deutsche und internationale Politik", das renommierte Außenpolitik-Journal aus Berlin. Als pdf können Sie die leicht gekürzte Druckfassung hier lesen: Download file  Montag, 9. Oktober 2006.

Meine nächstenTermine

Am 20. Oktober diskutiere im Wiener IHS über "Perspektiven europäischer Identität".

Am 22. Oktober spreche ich im Schauspiel Frankfurt über den  Nutzen der Utopie für das Leben.

Voraussichtlich am 1. November diskutiere ich mit Peter Huemer, Doron Rabinovici u.a. über 20 Jahre Republikanischer Klub.

Und am 23. November habe ich Gösta Esping-Andersen, den dänischen Wohlfahrtsstaatstheoretiker, in meiner Reihe "Genial dagegen" im Kreisky-Forum zu Gast.

Was ist Neo-Existentialismus?

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Warum die alte Frage nach dem "richtigen Leben" neuerdings wieder gestellt wird - und was eine gelingende Existenz unter den Bedingungen des Kulturkapitalismus ausmachen könnte. Beitrag zu: Christian Reder: Lesebuch-Projekte. Springer-Verlag, Wien, 2006. Mit Beiträgen von Zaha Hadid, Alexander Kluge, Christoph Schlingensief, Dirk Baecker uva.

Dissenswirtschaft

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Im September erschien die erste Nummer der neuen Zeitschrift "polar" im Frankfurter "Campus"-Verlag. Sie soll zwei Mal im Jahr herauskommen. In der ersten Nummer versuchte ich zu beschreiben, was aus der Politisierung der Wiener Kulturszene nach den Jahr 2000 geworden ist.

Kaufen, kaufen, kaufen

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Zur Entspannung im Nachwahlstress: Neue Bücher zur Konsumkultur, die der Frage nachgehen: Warum macht uns nur Neues glücklich? Wie bringen Dinge unsere Persönlichkeit zum Ausdruck?

Erschienen in der Falter-Literaturbeilage Herbst '06 und in der taz.

Volkskanzler?

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Noch nicht einmal mit der Regierungsbildung beauftragt, hat Alfred Gusenbauer schon das "Branding" seiner Kanzlerschaft besorgt: "Ich will ein Volkskanzler sein", sagte er in allen Interviews. Von wem stammt die Catch-Phrase? Von Gusenbauer - oder verdankt er den Spin, den er seiner Regentschaft verleihen will, gar Wolfgang Fellner?

Am Montag, 9. Oktober hatte ich ich die Pariser Ökonomin und Soziologin Ève Chiapello im Kreisky-Forum zu Gast. Für den "Falter" führte ich vorab folgendes Interview.

Mein Weblog jetzt auch auf taz.de

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Auch auf der Webpage der taz, der tageszeitung aus Berlin, wird neuerdings wild geblogt. Auch ich habe dort ein Weblog, in dem zwar nicht immer anderes als in diesem Blog zu finden sein wird - aber gelegentlich vielleicht doch. Blogaddicts können ja mal vorbeischauen.

Summer Time

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Wer ist, was kann Alfred Gusenbauer? Die Frage wird uns noch länger beschäftigen. Hier Ausschnitte aus einem politischen Porträt, das ich im Jahr 2002 in der "Neuen Gesellschaft / Frankfurter Hefte" veröffentlichte, dem SPDnahen Intellektuellenblatt, das von der Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegeben wird. Der Schlüsselsatz, der heute noch gilt: "Wahrscheinlich würde Alfred Gusenbauer sogar ein recht guter Bundeskanzler sein."  Annäherung an einen Bundeskanzler, Erster Teil

Die Freude wächst

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Wie sehen Sieger aus? Wie Gusenbauer. Und wer bleibt eine Fussnote der Geschichte? Schüssel! Wer hätte das gedacht.

Der Nebel senkt sich. Aus Emotionen wird Nüchternheit und vielleicht aus erster Nüchternheit auch eine Emotion - schließlich sind aufgeklärte Bewohner der Mediengesellschaften trainiert darauf, ihren eigenen Emotionen mit angebrachter Skepsis zu begegenen.

Nun also, langsam kann man sich der Freude hingeben, dass wir "DIE" los sind, die arroganten Umfärber und die Hetzer. Die größte Freude vielleicht: dass Schüssel, dieser petit grande homme, nach nur sechs Jahren wieder verjagt wurde. Er wollte das Land nachhaltig prägen wie Kreisky und brachte es nur zur Fussnote der Geschichte - wie Klaus, wie Sinowatz. Ansonsten freilich eine seltsame Ungerührtheit - irgendwie sieht die Stadt auch nicht anders aus als vorgestern, sie wird von den selben Leuten bewohnt. Dass diese Regierung de facto weg ist, fällt im Alltag eben kaum auf - was ja nicht schlecht ist, sie ist uns im Alltag ja auch nicht so aufgefallen, als sie noch da war.

Und Gusenbauer? Vielleicht haben wir ihn alle unterschätzt. Vielleicht hatte er recht, und alle, die ihn zuletzt mit wachsender Skepsis betrachteten, unrecht.

Wahlen: Ein Ende, aber auch ein Anfang?

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Die Schüssel-Haider Koalition ist Geschichte, die SPÖ wieder stärkste Partei. Aber was folgt daraus? Ein Kommentar für den Standard, Ausgabe 2. Oktober. (Fertiggestellt 1. Oktober, 19 Uhr)
SOS Mitmensch

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