Recently in Die großen Interviews Category

„Wir liegen am Boden"

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Der Absturz ist vorbei, aber aufwärts geht's noch lange nicht. Peter Bofinger, Star-Ökonom und einer der fünf deutschen „Wirtschaftsweisen", erklärt, warum ein starker Staat notwendig, aber mehr Staat nicht immer die richtige Antwort ist. Falter, 8. Juli 2009

„Sie zocken schon wieder"

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Kommenden Montag, 22. Juni habe ich Heiner Flassbeck, Deutschlands-Paradekeynesianer, zu Gast in meiner Reihe "Genial dagegen" im Kreisky-Forum. Für den "Falter" habe ich mit Flassbeck schon einmal vorab ein Interview geführt. Darin sagt er: Wenn Banken hohe Renditen versprechen, sollte man sofort die Finanzmarktaufsicht rufen. 

 

Heiner Flassbeck: „Gescheitert. Wie uns der Marktfundamentalismus eine Weltwirtschaftskrise einbrockte."

Montag, 22. Juni 2009, 19 Uhr, Kreisky-Forum für Internationalen Dialog, Armbrustergasse 15, 1190 Wien

 

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Lesen Sie unten das gesamte Interview

„Yoga ist eine ernste Sache"

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Man kann auch auf säkulare Weise religiös sein, meint Charles Taylor. Der kanadische Philosoph erklärt, warum Multikulti nicht tot und „Abendland in Christenhand" eine destruktive Parole ist. Der Standard, 30. Mai 2009

 

„Ich komm hier nie an"

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Migrationsexperte Mark Terkessidis über Integrationspolitik, die Festung Europa und die Muslime, die angeblich nicht zu „uns" passen. Falter, 4. März 2009

 

„Ein schizophrener Moment"

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Das ökonomische Desaster kann politisch positive Folgen haben, meint der Politikwissenschaftler Colin Crouch. taz & Falter, März 2009

 

Am kommenden Montag, 26. Jänner habe ich in meiner Reihe "Genial dagegen" die Soziologin Eva Illouz zu Gast. Sie wird zum Thema "Emotional Capitalism" sprechen. Eva Illouz, Autorin des Theorie-Meilensteins "Konsum der Romantik" spricht um 19 Uhr, Kreisky-Forum, Armbrustergasse 15. 1190 Wien.

Vorab habe ich für den "Falter" schon dieses Interview mit ihr gemacht:

Lieben die Menschen anders im modernen Kapitalismus?

Illouz: Ein paar Empfindungen bleiben schon immer gleich - dass man Herzklopfen hat oder total verwirrt ist, wenn man mit jemanden zusammen ist, in den man sich verliebt hat, dass man kaum mehr schlafen kann oder nichts mehr essen will. Aber wie die Menschen ihr Leben rund um das Thema „Liebe" organisieren, alle Institutionen, die damit in Zusammenhang stehen, das hat sich sehr verändert. Die sexuelle Freiheit hat viel verändert. In einer Gesellschaft, in der es als unmoralisch galt, viele Partner zu haben, gab es eine Kultur der Sublimierung. Heute leben wir eher in einer Ökonomie des Übermaßes, auch in der Liebe, und das verändert natürlich unser Empfinden von Liebe. Die Storys, die wir um die Liebe herum erzählen, haben sich fundamental verändert.

 

...

Modell Weltuntergang

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Willi Hemetsberger war der Star unter Österreichs Investmentbankern. Jetzt erklärt er:  Im Finanzsektor gibt es die freie Marktwirtschaft gar nicht. Und die Banker ignorieren ihre eigenen Katastrophenszenarios systematisch. Falter, 23. Dezember 2008

 

„Der ist verrückt"

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Oskar Bronner fand, dass Österreichs Zeitungen nicht zu ertragen sind. Also gründete er sich einfach eigene. Bilanzen kann er bis heute nicht lesen. Wie tickt er Erfinder von "profil" und "Standard"? Ein taz-Gespräch. Samstag/Sonntag, 6./7. Dezember

„Ich will! Ich will!“ Der Konsumismus verdirbt den Charakter, zerstört die Demokratie und beschert uns Güter, die wir nicht brauchen, meint Benjamin Barber in seinem jüngsten Buch. Kommende Woche habe ich ihn zu Gast in meiner Reihe im Kreisky-Forum. Vorab gab er mir schon dieses Interview. Falter, 16. April 2008

"Linke in Europa, gibt es sowas?"

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Italiens Kommunisten-Legende Rossana Rossanda über ihr Rebellenleben, den Niedergang der europäischen Linken und den Schrecken, wenn Friedhöfe voller alter Freunde sind. Vergangene Woche führte ich in Berlin ein öffentliches Gespräch mit Rossana Rossanda aus Anlass der Präsentation ihrer Autobiographie "Die Tochter des 20. Jahrhunderts".  Dies ist die redaktionell bearbeitete Fassung, erschienen in profil 3. Dezember 2007

„Sexualität ist fein“

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Tariq Ramadan über Lust und Begehren, den westlichen Hedonismus, religiöse „Sinnsuche“ und warum er für einen „Euroislam“ plädiert, statt den Glauben einfach an den Haken zu hängen.

„Wir sind keine Antisemiten“

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John Mearsheimer und Stephen Walt, Autoren des Polit-Bestsellers "Die Israel-Lobby", über den Einfluss proisraelischer Pressure-Groups auf die US-Außenpolitik, den Antisemitismus-Vorwurf und die politische Debatte auf vermintem Terrain. Falter und taz, 14. 11. 2007

 

Konsens ist Gift!

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Chantal Mouffe über den Blairismus nach Blair, die Irrtümer der modernistischen Sozialdemokratie und den Fluch der Mittelwege. Falter, 17. Oktober 2007

„Schrecken und einschüchtern“

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Der New Yorker Historiker Tony Judt über die proisraelischen Lobbygruppen in Washington und deren Allianz mit George W. Bush profil, 10. September 2007

Vor dreißig Jahren füllten deutsche Terroristen mit der Entführung des Wiener Industriellen Walter Palmers ihre Kriegskasse. Die RAF lebte von den Millionen bis in die neunziger Jahre. Reinhard Pitsch war damals mit dabei. Irgendwie ist er es heute noch. Eine Begegnung. taz, 2. Juni 2007

"Wir schaffen das“

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Am Freitag, 30. März 2007, 19 Uhr, habe ich in meiner Reihe "Genial dagegen" Andrea Nahles zu Gast. Das Thema, das sie sich gewählt hat, lautet: „Links geht noch was, oder?“ Kreisky-Forum, Armbrustergasse 15, 1190 Wien.

Andrea Nahles, Paradelinke der deutschen Sozialdemokratie, glaubt, dass demnächst wieder Vollbeschäftigung herrschen könnte. Ein Grundeinkommen hält sie für einen Holzweg. Hier schon einmal zur Einstimmung ein Interview aus dem Falter, 28. März 2007

"Hoher Organisationsgrad"

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Manfred Nowak, Menschenrechtsjurist und UN-Sonderberichterstatter, über seine Untersuchungen gegen die chinesische Regierung. profil, 12. März 2007

 

Sie haben sich auf Basis des kanadischen Reports zur Untersuchung der Vorwürfe entschlossen. Wie dicht ist das dokumentierte Material?

 

Nowak: Die beiden Kanadier kommen zu klaren Schlussfolgerungen. Die Indizienkette, die sie dokumentieren, gibt ein stimmiges Bild, das sehr zur Besorgnis Anlass gibt.

 

Welche Indizien genau?

 

Nowak: Dass Falun Gong seit 1999 sehr unterdrückt wird, ist ein Faktum. Ebenso unbestreitbar ist, dass ab dem Beginn der Repression gegen Falun Gong die Anzahl an Organtransplantationen massiv zugenommen hat. Auch die offizielle chinesische Medizinerorganisation weist in ihren Statistiken aus, dass es zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2005 60.000 Organtransplantationen gegeben hat.

Debatte. Kommenden Dienstag, 13. Februar, habe ich in meiner Reihe "Genial dagegen" im Kreisky-Forum die Frankfurter Sozialphilosophin Rahel Jaeggi zu Gast. Sie wird über das Thema sprechen: "Was ist Entfremdung? Und was kann man dagegen tun?" Vorab habe ich mit ihr schon einmal ein Interview für den "Falter" geführt.

Veranstaltung: 13. Februar 2007 | 19.00 Uhr. Bruno Kreisky Forum, Armbrustergasse 15 | 1190 Wien

„Richtige Helden“

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Howard Zinn, legendärer linker Historiker der USA, über sein Leben als Rebell, die Bedeutung widerständischer Heroen, den Sinn politischen Engagements und seine populäre „Geschichte des amerikanischen Volkes“. Falter, Dezember 2006 und taz, 2. Jänner 2007

Der israelische Kulturhistoriker Moshe Zuckermann über die Erfolgsaussichten des jüngsten Waffenstillstandes in Nahost, die Israelsolidarität der europäischen Juden und die Instrumentalisierung des Antisemitismus. profil, 11. Dezember 2006 & taz, 13. Dezember

 

Bahman Nirumand, deutsch-persischer Intellektueller, über Teherans Atomprogramm, die kontraproduktive Politik des Westens und die komfortable Lage des Mullahregimes. Falter, 29. November 2006

Der deutsche Kult-Theoretiker Klaus Theweleit über hundert Jahre Freud, die atemberaubenden Entdeckungen der Hirnforscher und die Frage, ob man heute noch subversiv sein kann. Falter, 22. November 2006

 

Der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz über seine Vorschläge für eine gerechtere Globalisierung, die Hoffnung, die er in Leute wie Hugo Chavez und Evo Morales setzt und  das Vermächtnis von Milton Friedman. profil, 20. November 2006

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Dieses Gespräch gibt es auch als MP3 zum Anhören und zwar hier.

 

„Widerstand ist nie hübsch“

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Tariq Ali über die linke Hoffnungszone Lateinamerika, Chavez’ Geistesverwandtschaft mit Bruno Kreisky und Willy Brandt, den Aufstieg des Islamismus und die Wandlung mancher seiner Ex-Weggefährten zu Stichwortgebern des Imperialismus. Falter, November 2006

Zum Tod von Markus Wolf

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Markus Wolf, der legendäre Chef des DDR-Auslandsgeheimdienstes, ist heute Nacht in Berlin im Alter von 83 Jahren gestorben. Aus diesem Anlass ein Interview, das ich 1993 mit Wolf im Palasthotel in Berlin Mitte führte. Download file

Am kommenden Donnerstag, 23. November habe ich in meiner Reihe "Genial dagegen" im Kreisky-Forum den dänisch-spanischen Wohlfahrtstheoretiker

Gosta Esping-Andersen

zu Gast. Anbei ein Interview, in dem Esping-Andersen erklärt, was am alten Sozialstaat nicht mehr funktioniert und in welchen Bereichen umgesteuert werden muss. Mehr gibt es dann am 23. November, 19 Uhr, Armbrustergasse 15, 1190 Wien

Der US-Historiker Anson Rabinbach prophezeit, dass der Präsident nach den Wahlen zu Repräsentantenhaus und Senat am 7. November eine lahme Ente sein wird – selbst wenn die Republikaner knapp gewinnen - Falter, 2. November 2006

Am Montag, 9. Oktober hatte ich ich die Pariser Ökonomin und Soziologin Ève Chiapello im Kreisky-Forum zu Gast. Für den "Falter" führte ich vorab folgendes Interview.

Dieser Tage erschien Konrad Paul Liessmanns Buch "Theorie der Unbildung", ein feuriges Pamphlet gegen die jüngsten Universitätreformen, die Ranking-Kultur in der Bildungsdebatte und einen blinden "Reformgeist". Für den "Falter" habe ich mich mit Liessmann über seine Thesen unterhalten.
Der Trend- und Sozialforscher Joakim Palme, Sohn des legendären schwedischen Ministerpräsidenten Olaf Palme, erklärt, warum die Sozialdemokraten die Reichstagswahlen verloren haben. Profil, 25. September 2006

„Politischsein ist immer peinlich“

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Am Donnerstag, 28. September um 19 Uhr habe ich die Berliner Theoretikerin Katja Diefenbach zu Gast in meiner Reihe "Genial dagegen" im Kreisky-Forum (Wien 19, Armbrustergasse) Für den Falter habe ich mich schon vorab mit ihr über den aufgeklärten Zynismus, politisches Engagement und das „erfolgreiche Scheitern“ von linker Kultur und Subkultur unterhalten

"Dekadent, feige, materialistisch"

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Ian Buruma, global operierender Star-Essayist, über den Hass auf den Westen, den revolutionären Radikalismus der amerikanischen Neokonservativen und den neuen Antisemitismusstreit.

 

Herr Buruma, eben haben Sie ihr Buch "Occidentalism", gemeinsam mit dem israelischen Philosophen Avishai Margalit herausgebracht. Darin fügen Sie den Islamismus in ein allgemeines Panorama des Hasses auf den Westen. Was sind die Gemeinsamkeiten des Okzidentalismus?

 

Buruma: Es gibt einen bestimmten Blick auf den Westen, der heute besonders vom islamistischen Radikalismus vertreten wird. Aber, so unsere Argumentation, das ist nichts speziell Islamisches. Dieser Blick hat eine Geschichte. Diese Auffassung hat europäische Wurzeln. Feindschaft gegen die Aufklärung, faschistische Ideen, die Auffassung, der Westen sei dekadent, feige, materialistisch.

 

Falter: Der Hass auf die Stadt, gegen die urbane Metropole ist ein Leitmotiv eines solchen Radikalismus.

 

Buruma: Die Idee der Stadt, die der Okzidentalismus hasst, ist die Idee von der Stadt als Ort individueller Freiheit, in der sich Menschen verschiedener Rassen und Länder mischen, Handelszentren, wo verschiedene Ideen sich sammeln. Was es in allen Spielarten des Okzidentalismus gibt, ist eine Idealisierung der Bauernschaft, einer Reinheit, der Verwurzellung in der Scholle - in Opposition zum Kosmopolitismus der Stadt.

 

Richard Rorty über die bestürzende Neurorientierung der Bush-Regierung, die Unfähigkeit des demokratischen Establisments und die Hoffnung, dass George W. Bush 2004 abgewählt wird.

 

Herr Rorty, dem Krieg, in dem wir stehen, fehlt das Mandat durch den UN-Weltsicherheitsrat. War es ein Fehler von Frankreich, Deutschland und Russland, dass sie die Militäraktion nicht doch in letzter Minute autorisert haben?

 

Rorty: Nein, das war kein Fehler. Diese Länder haben ihre Entscheidung getroffen, sie hatten politische Gründe, vielleicht waren sie auch von ökonomischen Gründen beeinflußt aber am Ende ist unbestreitbar: die grundsätzlichen Argumente gegen das Konzept eines Präventionskrieges sind so stark, dass es sich eigentlich ausgeschlossen hat, doch noch mit den USA zu marschieren.

"Ich werde Bush nicht mehr wählen"

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Francis Fukuyama, Vordenker der US-Konservativen, liest seinen Gesinnungfreunden die Leviten: Die Bush-Regierung und die Neokonservativen haben sich im Irak grandios verkalkuliert und Amerika schwer geschadet.

 

Herr Fukuyama, 1989 verkündeten Sie in einem großen Essay das "Ende der Geschichte" und wurden damit schlagartig weltberühmt. Seither werden Sie praktisch identifiziert mit dieser Idee. Ist das eigentlich mehr ein Vorteil oder mehr ein Nachteil?

 

Fukuyama: Naja, es hat ein paar negative Konsequenzen, unter anderem, dass ich immer wieder danach gefragt werde...

 

... so wie jetzt, beispielsweise...

 

Fukuyama: ...andererseits, wäre ich damit nicht berühmt geworden, würde nicht so wahrgenommen, worüber ich mir sonst so Gedanken mache.

 

„Anders sehen lernen!“

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Guillaume Paoli, Gründer der „Glücklichen Arbeitslosen“, über das Gequatsche von „Kreativität“, „Motivation“ und „Selbstverwirklichung“ und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die in Wirklichkeit ein Kampf gegen die Arbeitslosen ist.

  

Falter: Herr Paoli, sind Sie motiviert für dieses Gespräch?

 

Paoli: Voll motiviert!

 

Motivation nimmt ja „eine zentrale Stelle im kapitalistischen Prozess ein“, schreiben Sie. Was ist so wichtig an Motivation?

 

Paoli: Das kapitalistische System herrscht nicht durch Zwang, sondern durch Verführung, Überredung, Motivation.

"Die Finger schmutzig machen"

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Der Menschenrechtstheoretiker Michael Ignatieff erklärt, warum er den Irakkrieg immer noch für richtig hält und plädiert für glasklare Kriterien, um in einer komplizierten Welt zwischen "größeren und kleineren Übeln" wählen zu können. 

 

Vergoldetes Elend

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Reich ist in unserer Gesellschaft, wer reich an Beachtung ist, formuliert der Wiener Architekturtheoretiker Georg Franck. In seinem neuesten Buch "Mentaler Kapitalismus" beschreibt er, wie das funktioniert

  

Wir leben, schreiben Sie, im "mentalen Kapitalismus". Was ist denn das Neue daran?

 

Franck: Die Ökonomie des Acht-Gebens und des Beachtung-Einehmens ist eine ausgebildete Ökonomie im Sinn einer erweiterten Marktwirtschaft. Zunächst: Die Kapazität bewußten Erlebens wird knapp angesichts des Angebotes. Zweitens wird die Produktivität im wissenschaftlichen, publizistischen, künstlerischen Bereich eher dadurch gemessen, dass man Beachtung einnimmt, und nicht so sehr dadurch, dass man Geld einnimmt. In der Wissenschaft ist die Währung das Zitat. Wissenschaftler arbeiten für die Beachtung anderer Wissenschaftler. Der Reichtum an Beachtung, schließlich, kann auch kapitalisiert werden, er verzinst sich - man verdient Beachtung dafür, dass man ein Großverdiener an Beachtung ist. Da sind wir dann sehr nahe dem, was Bourdieu soziales und kulturelles Kapital nennt, auch an dem Reichtum an Beziehungen.

 

"Totes Denken"

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Nach drei Jahrzehnten Massenarbeitslosigkeit sollten wir den Glauben an die Lohnarbeitsgesellschaft aufgeben, meint der Berliner Kulturphilosoph Wolfgang Engler. Die Gleichung "Arbeit = Leben" geht nicht mehr auf.  

 

Heute schon gearbeitet?

 

Engler: Noch nicht...

 

Es ist knapp vor Mittag!

 

Engler: Ich kann ganz gut auch nichts tun.

 

"Sind Sie ein Antisemit, Herr Bové?"

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José Bové über seinen Kampf gegen das industrielle Agrarmodell, den Spaß beim Mc-Donalds-Zertrümmern und die zweifelhafte Ehre, als linker Antisemit zu gelten. 

  

Sie kämpfen gegen Agrarmultis, gegen Gentechnik und Handel mit Lebensmitteln - soviel "Antiglobalisierung" macht selbst viele Linke skeptisch. Bekämpfen Sie den Fortschritt?

 

Vor wenigen Tagen wurde in einem UN-Bericht festgestellt, dass wir, wenn die Dinge so weitergehen, in zehn, zwanzig Jahren ein großes Problem haben werden, die Menschen zu ernähren - besonders in den südlichen Ländern. Die Technisierung der Landwirtschaft hat keine Zukunft. Erstmals in der Geschichte der Menschheit führt "Fortschritt" nicht zu "Fortschritt", sondern zu einer Verschlechterung.

 

"Die USA sind besiegbar"

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Benjamin Barber, Politikprofessor und Bestseller-Autor, über das Erwachen der Demokraten, die düsteren Aussichten im Irak und das fundamentale Ressentiment gegen westlichen Kommerz und Amerikanisierung. 

 

Sie haben vor den Risiken eines unilateralen Abenteuertums im Irak gewarnt. Heute erweist sich Tag für Tag, wie richtig solche Warnungen waren. Haben Sie damit gerechnet, dass ihnen die Realität so schnell und so blutig recht geben wird?

 

Barber: Meine Prämisse war, dass Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, sein Vize Paul Wolfowitz, Vizepräsident Richard Cheney und Präsident George W. Bush eben nicht das Lager der "Realisten" repräsentieren. Die Realisten werden in der Regel von der Realität bestätigt. Früher einmal waren die Krieger die Realisten. Aber heute kann keine Nation ihr Schicksal definieren ohne die Kooperation mit anderen, in einer Epoche der Interdependenz sind die Unilateralisten die Idealisten und die Multilateralisten die Realisten.

 

Das Buch:

Benjamin Barber: Imperium der Angst. Die USA und die Neuordnung der Welt. München, Beck-Verlag, 2003. 276 Seiten.

Euros

Veloce: 89190.

 

 


Czernin Verlag


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