YouTube Directlink: http://www.youtube.com/watch?v=HIn8f4VAC7s


Eine angeblich unpolitische Generation stellt innerhalb von wenigen Tagen eine Bewegung auf die Beine, die längst über die Universitäten hinausstrahlt. Schließlich liegt in der gesamten Bildungspolitik vieles im Argen. Das Auffälligste: Die Studierenden sprechen klug und vernünftig, ohne große Kraftausdrücke, sie fallen sich stets auch selbst ins Wort und sie wissen um die Komplexität und Ambivalenz gesellschaftlicher Probleme. Das hindert sie aber nicht am Handeln. Eine Politik, die unterkomplex und handlungsunfähig zugleich ist, sollte sich an ihnen ein Vorbild nehmen. Und schließlich haben die Studenten in wenigen Tagen eine horizontale Vernetzung geschafft, eine hochprofessionelle Organisation, die die modernen Kommunikationstechnologien produktiv einsetzt. Produktiver, als das jede Partei in diesem Land könnte. Und das soll eine unpolitische, indifferente, alleine am Spaß orientierte Generation sein? Nein. The Kids Are Alright.

YouTube Directlink: http://www.youtube.com/watch?v=W9eL016U1Po


FS Misik 100 - diesmal als Jubiläumsshow im abendfüllenden Dokumentarfilm-Format. Mit Werner Faymann diskutiert Robert Misik, was denn so falsch läuft in der Sozialdemokratie. Dirk Stermann, Spötter und Satiriker, wundert sich, "warum es keine Revolutionen gibt". Klaus Werner-Lobo erklärt, warum er jetzt bei den "Grünen" einsteigt: Weil er es nicht mehr erträgt, dass "Leute, aus Machtgier und Narzissmus eine ganze Gesellschaft zerstören". Renate Schnee, Leiterin des Stadtteilzentrums "Bassena", führt durch die Trabantenstadt "Schöpfwerk" und erzählt von den Konflikten im Gemeindebau - und wie sie entschärft werden können. Fritz Ostermayer liest die schönsten Postings aus zwei Jahren FS-Misik. Und Poster Andi Wu erklärt, warum ihn Misik heute nicht mehr ganz so nervt.

Teil 2: http://www.youtube.com/user/robertmisik#p/u/0/llLyOJkz3OU

Teil 3: http://www.youtube.com/user/robertmisik#p/u/3/jR7sT0f_9CA

Teil 4: http://www.youtube.com/user/robertmisik#p/u/2/i4Yuuuud_eI

Teil 5: http://www.youtube.com/user/robertmisik#p/u/1/YCJIkJP5x1o

 


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Josef Pröll spielte vergangene Woche "Joebama" und hielt eine visionäre Rede, gespickt mit Weisheiten aus der bäuerlichen Kreislaufökonomie, an die sich heutzutage Gott sei Dank nicht einmal mehr die Landwirte halten. Leistung muss sich wieder lohnen? Da sag ich nur Grasser, Meischberger und Co. - und biege mich vor Lachen. Apropos Leistung: Die Zockerbanken machen jetzt ja wieder voll Gewinn und schütten füllhornvoll Boni aus. Einen schönen Satz, den man lange in Erinnerung behalten wird, sagte vergangene Woche der Finanzvorstand von Goldman-Sachs: "Ich finde, dass die Öffentlichkeit unseren Erfolg nicht ausreichend honoriert." Was wäre denn seiner Meinung nach ausreichende Honorierung? Trillionen statt Milliarden?

Meine Revolution. FS Misik 98 über 1989

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Wie ich Alexander Dubcek am Weg auf Klo umrannte und andere Erinnerungen an 1989.

Wir haben uns daran gewöhnt, dass es auch im Osten Meinungsfreiheit und Demokratie gibt, dass man überall hinreisen kann und Europa nicht mehr von einer Blockgrenze geteilt wird. Da wird leicht vergessen: 1989, das war eines jener seltenen Jahre, in der die Geschichte einen neuen Weg einschlägt. Was waren das für Wochen des Freiheitspathos! Als in Berlin die Mauer fiel griff ich mir mein ganz persönliches Betontrumm als Erinnerung. In Prag rannte ich Alexander Dubcek beinahe um, als der seinen ersten öffentlichen Auftritt seit dem Prager Frühling hatte. Und ich hatte auch das Glück, dabei zu sein, als die Revolutionäre vom Sieg ihrer Revolution erfuhren. '89, das ist eines der großen Daten der Geschichte jüngeren Geschichte.

Das Ausländerproblem. Gibt's das wirklich?

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Die FPÖ gewinnt Wahlen, und jetzt will vor allem die SPÖ die Integrationspolitik überdenken. Aber wie kann eine "neue" Integrationspolitik aussehen? Soll die so restriktiv sein, dass sich die FPÖ-Wähler freuen, dass Ausländer jetzt so richtig gequält werden? Das wäre wohl keine gute Idee. Dennoch: Ja, man soll über Probleme und Konflikte reden. Vor allem in unterprivilegierten Wohngegenden erleben die Eingesessenen den massanhaften Zuzug von Migranten als sozialen Abstieg. Viele Migranten wiederum bilden eine neue soziale Unterklasse. In manchen Vierteln gibt es eine regelrechte Abwärtsspirale von sozialem Abstieg, Deklassierung und Konflikten. Aggression gibt es auf beiden Seiten: auf Seiten der Eingesessenen und auf Seiten der Neuankömmlinge. Und: Sehr lange wurde das Problem ignoriert, oder man dachte, es reicht, die "Integrationspolitik" von Polizei und Innenministerium betreiben zu lassen. Das Ergebnis ist eine verlorene Generation, die jetzt die Parks unsicher macht. Man muss hier schleunigst etwas ändern. Aber ist das wirklich nur Aufgabe der Politik? Oder muss sich nicht jeder die Frage gefallen lassen: Was tust Du eigentlich, damit das, was heute schlecht funktioniert, morgen besser läuft?

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Was für ein Wahlabend: Die politische Landschaft in Deutschland und Österreich mag in vieler Hinsicht unterschiedlich sein, aber hier wie dort setzte es ein herbes Debakel für die Sozialdemokratie. Und in einem sind sich SPD und SPÖ auch ähnlich: Kleinmut und Ideenmangel. Hier wie dort wurde das lange auch noch als Tugend verkauft, nach dem Motto: Wir versprechen nichts, was wir nicht halten können. Aber womöglich ist das ihr - und damit im Fall der SPÖ leider auch unser - Problem: dass sie die Wähler unterfordern. Dass sie gar nichts mehr versprechen außer die kleinen Versprechungen, die die Bürger einlullen. Aber womöglich wollen die Bürger gar nicht eingelullt werden, vielleicht würden sie das ja sogar mögen, dass einer mit zwei, drei fordernden Ideen auf sie zukommt und ihnen sagt: das will ich erreichen, das ist meine positive Idee von der Gesellschaft, in der ich in zwanzig Jahren leben will und es lohnt sich, dass man sich dafür anstrengt. Frank-Walter Steinmeier kann sich das jetzt von der Oppositionsbank aus überlegen. Werner Faymann sitzt nur mehr eine Spur bequemer.

FS Misik 95: Play it again, Angie!

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Eine Woche noch bis zur deutschen Bundestagswahl - aber Spannung will so richtig keine aufkommen. Klar, dafür gibt es eine Reihe von Gründen: Weder die Amtsinhaberin Angela Merkel noch SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sind besonders polarisierend, und begeistern kann man sich weder für die eine noch für den anderen. Aber der Hauptgrund ist: Wie immer die Wahl ausgeht, schon vorher ist klar: Merkel bleibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Kanzlerin. Das nimmt dem Wahlkampf den Thrill. Offen ist nur: Wird es für Merkel zu ihrer Lieblingskoaliton mit der marktradikalen FDP Guido Westerwelles reichen, oder muss sie wieder in eine Große Koaliton mit der SPD? Den Sozialdemokraten dagegen droht eine historische Wahlschlappe. Ihr bisher schlechtestes Wahlergebnis der Nachkriegsgeschichte - 28,8 Prozent - wirkt diesmal beinahe wie eine schier unerreichbare Traummarke. Eine Prognose ist deshalb keineswegs gewagt: Die SPD wird sich wohl ab kommenden Montag um ein neues Führungspersonal umsehen müssen.

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Spitzenmanger und Bonibanker werden zu "Feindbildern" erklärt, schüttelt es die oberen Dreihundert. Nichts als Neid schlage ihnen entgegen. Aber irgendwie scheinen die etwas durcheinander gebracht zu haben. Wenn die Winner in einer The-Winner-Takes-It-All-Ökonomie die Loser verlachen und ihnen nicht einmal Krümel gönnen, sie anherrschen, sie müssten den Gürtel enger schnallen, sich einfach anstrengen (auch wenn sie den Gürtel längst aufgegessen haben), das würde man doch normalerweise eher unter "Neid" verstehen. Oder nicht? Jahrelang hat die westlichen Gesellschaften dieser "Kralle-Dir-was-Du-kannst-und-wer-nichts-hat-ist-selber-schuld"-Geist durchweht. Und der verzieht sich nicht so leicht. Das, was die Neidigen "Neiddebatte" nennen, ist wahrscheinlich die nützlichste Sache der Welt.

Happy Birthday, Finanzkrise!

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Vor einem Jahr kollabierte die Investmentbank Lehman-Brothers - und beinahe wäre der gesamte Kapitalismus mit untergegangen. Ganz so dramatisch kam es glücklicherweise nicht. Und da soll man auch einmal daran erinnern, was uns gerettet hat: Entschlossenes wirtschaftspolitisches Handeln der Regierungen und massive Staatsintervention. Gott sei Dank haben sich nicht einmal die Sonntagsprediger des Neoliberalismus in dieser Situation auf die unsichtbare Hand der Märkte verlassen wollen. Aber die Krise ist nicht vorbei. Die größten Entlassungswellen rollen noch auf uns zu und es drohen tiefe weitere Nachfrageeinbrüche, wenn die Regierungen ihre massiven Konjunkturstützungprogramme zurückfahren sollten. Die gute Nachricht lautet aber immerhin: Auf die unmittelbaren Herausforderungen der Krise hat die Politik rasch und klug reagiert. Freilich, es gibt auch eine schlechte Nachricht: Ob es gelingt, langfristig die Spielregeln des globalen Kapitalismus zu verändern, ist fraglicher. In der Finanzindustrie herrscht schon wieder Business as Usual, es wird weiter gezockt - nicht einmal das fatal falsche Anreizsystem der Banker-Bonuszahlungen für kurzfristige spekulative Gewinne ist verboten worden.

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Der antisemitische Ausfall von Vorarlbergs FPÖ-Chef Dieter Egger sorgt für öffentliche Erregung. Worüber weniger geredet wird: Eggers Verdikt gegen Hanno Loewy, ein "Exil-Jude aus Amerika" möge sich nicht in die Innenpolitik einmischen, ging eine Kontroverse voraus, was denn eigentlich das Wort "heimisch" bedeutet, und wer, im Umkehrschluss bei "uns" nicht heimisch sei. Der Hintergrund der Kontroverse ist also die ideologische Konstruktion des „Heimischen" versus des „Fremden", dieses künstliche aggressive Auseinanderdividieren und dieses Markieren von Bevölkerungsteilen, die nicht dazu gehören, wie es generell für die FPÖ typisch ist, das aber in einem kleinen Bundesland wie Vorarlberg noch eine zusätzliche Komik erhält. Denn man bedenke: In Vorarlberg leben gerade mal knapp 390.000 Leute, wovon sicher einige zehntausend unter die FPÖ-Kategorie des „nicht-heimischen" fallen. Bleiben, sagen wir, schätzungsweise 250.000 „Heimische", die, legen wir die strenge FPÖ-Dichotomie von „heimisch" - „nicht-heimisch" - zugrunde, logischerweise in Vorarlberg heimisch und überall anders „nicht-heimisch" sind. Robert Misik fragt: Gehören Vorarlberger FPÖler, die nicht einmal richtig deutsch können, eigentlich zu "uns"?
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