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Nach der blutigen Kaperung der Gaza-Flotille durch die israelische Armee tobt ein Krieg der Emotionen - und ein Propagandakrieg. Wie immer, wenn Israel im Spiel ist, mischen sich bisweilen die edelsten Gerechtigkeitsgefühle mit blanken Rassismus - auf beiden Seiten. Israels Gaza-Blockade ist unverhältnismäßig und macht alles noch schlimmer - obwohl die dortigen Hamas-Leute gewiss keine freundlichen Leute sind. Die Kaperung des Hilfsschiffes unter türkischer Flagge war dumm und der Einsatz endete in einem Fiasko - aber kaltblütiger Mord, wie war es keiner. Denn Mord setzt Vorsatz voraus. Und die Aktion der israelischen Armee lief deshalb aus dem Ruder, weil sie auf die massive gewaltsame Gegenwehr der Friedensflottilisten nicht vorbereitet war.
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Mit Israel ist halt so eine Sache: Einerseits ein emanzipatorisches Befreiungsprojekt einer unterdrückten europäischen Minderheit mit einzigartiger Geschichte (Holocaust), andererseits aber auch ein höchst unsympathisches koloniales Siedlerprojekt.
Dazu kommt noch, dass auch in Israel/Palästina um 1980 der weltweite konservative Rollback stattfand, mit dem Ergebnis, dass in Israel die Rechte (Nethanjahu)/Rechtsextreme (Lieberman) die Linke an die Wand gedrückt hat und gleichzeitig die rechtskonservative Hamas (deren Grundwerte z. B. gar nicht sooooo viel anders sind als jene der ÖVP, wenn man eben die Kriegssituation abzieht) zusammen mit der nationalistischen Fatah das zarte palästinensische Pflänzchen einer emanzipatorischen Linken quasi ausgelöscht hat. Das alles macht dann die nüchterne Beurteilung so schwierig (sofern eine solche für Österreicher/innen überhaupt angemessen ist), denn die einen, diese Neoliberalen, sind natürlich in ihrer kolonialen Tradition klar pro Israel und die anderen (und dazu gehören auch viele nicht sehr kluge Linke) vergessen den emanzipatorischen Teil der Israelischen kollektiven Identität und finden sich dann schnell vereint mit denen, dies es bezüglich "der Juden" eh' schon immer gewusst haben, in klar pro-palästinensischen Position. Das ist ein Kommentar wie dieser des Herrn Misik wohltuend vorsichtig....