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Was für ein Wahlabend: Die politische Landschaft in Deutschland und Österreich mag in vieler Hinsicht unterschiedlich sein, aber hier wie dort setzte es ein herbes Debakel für die Sozialdemokratie. Und in einem sind sich SPD und SPÖ auch ähnlich: Kleinmut und Ideenmangel. Hier wie dort wurde das lange auch noch als Tugend verkauft, nach dem Motto: Wir versprechen nichts, was wir nicht halten können. Aber womöglich ist das ihr - und damit im Fall der SPÖ leider auch unser - Problem: dass sie die Wähler unterfordern. Dass sie gar nichts mehr versprechen außer die kleinen Versprechungen, die die Bürger einlullen. Aber womöglich wollen die Bürger gar nicht eingelullt werden, vielleicht würden sie das ja sogar mögen, dass einer mit zwei, drei fordernden Ideen auf sie zukommt und ihnen sagt: das will ich erreichen, das ist meine positive Idee von der Gesellschaft, in der ich in zwanzig Jahren leben will und es lohnt sich, dass man sich dafür anstrengt. Frank-Walter Steinmeier kann sich das jetzt von der Oppositionsbank aus überlegen. Werner Faymann sitzt nur mehr eine Spur bequemer.
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Positive Visionen für die nächsten 10-20 Jahre? Genau das hatte Steinmeier im deutschen Wahlkampf gemacht mit seinem sog. "Deutschlandprogramm". Geholfen hat es nichts, obwohl er durchaus nicht nur verlacht wurde dafür.
Ich hab aber auch das Gefühl, der Deutsche kann mit solchen Visionen gar nichts anfangen...
Da kann ich ebenfalls meinem Vorkommentierer nur Recht geben. Der Deutschlandplan war so eine Vision und keineswegs kleinmütig. Allerdings scheint es der Deutsche eher mit Helmut Schmidt und Vision daher für ein Krankheitsbild zu halten.
Hinzu kam eine mediale Berichterstattung, die zwar teilweise fair über den Plan berichtete, aber die "Vision" auf die Schaffung von vier Millionen Arbeitsplätze reduzierte.
Vielleicht muss die Sozialdemokratie einen solchen Plan gebetsmühlenartig weiterplappern, wie die Liberalen ihre Mär von den Steuersenkungen. Nach zwei Legislaturperioden in der Opposition wird sie wie Phoenix aus der Asche auferstehen. Schade nur, dass wir dann schon 2020 haben und der Plan bis dahin seine Aktualität verliert.