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Die FPÖ gewinnt Wahlen, und jetzt will vor allem die SPÖ die Integrationspolitik überdenken. Aber wie kann eine "neue" Integrationspolitik aussehen? Soll die so restriktiv sein, dass sich die FPÖ-Wähler freuen, dass Ausländer jetzt so richtig gequält werden? Das wäre wohl keine gute Idee. Dennoch: Ja, man soll über Probleme und Konflikte reden. Vor allem in unterprivilegierten Wohngegenden erleben die Eingesessenen den massanhaften Zuzug von Migranten als sozialen Abstieg. Viele Migranten wiederum bilden eine neue soziale Unterklasse. In manchen Vierteln gibt es eine regelrechte Abwärtsspirale von sozialem Abstieg, Deklassierung und Konflikten. Aggression gibt es auf beiden Seiten: auf Seiten der Eingesessenen und auf Seiten der Neuankömmlinge. Und: Sehr lange wurde das Problem ignoriert, oder man dachte, es reicht, die "Integrationspolitik" von Polizei und Innenministerium betreiben zu lassen. Das Ergebnis ist eine verlorene Generation, die jetzt die Parks unsicher macht. Man muss hier schleunigst etwas ändern. Aber ist das wirklich nur Aufgabe der Politik? Oder muss sich nicht jeder die Frage gefallen lassen: Was tust Du eigentlich, damit das, was heute schlecht funktioniert, morgen besser läuft?
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Der deutsche Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin hat seine Sicht auf die Integrationspolitik in Berlin in einem Interview mit der Zeitschrift Lettre International dargelegt, leider nur Auszugsweise online zu finden. Darin holt er zu einem Rundumschlag ge... more...





Manchmal steht ihr euch beide selber im Weg herum, mußte ich heute denken nach der Lektüre von Neckels "Die Macht der Unterscheidung" (1993: 49ff.) und Misik.at "Das Ausländerproblem. Gibt's das wirklich?".
Besonders schön hat diesen Sachverhalt Neckel aufgezeigt, am Beispiel jener Linken, die auf einen identifikatorischen Fluchtpunkt wie Szene oder Bewegung angewiesen sind. Ihre selektive Wahrnehmung und ihre in der Szenen erlebte soziale Anerkennung wird von ihnen als bedroht erlebt, sobald sie mit Öffnungs- und Differenz-ierungsprozessen konfrontiert werden. Öffnung und Differenzierung ist aber genau das, was auch Misik vorschlägt.
Ebenso wie Misik differenziert Neckel auch Unterklasse von Mittelklasse, für die solche Öffnungsprozesse jeweils eine etwas andere Bedeutung haben. Während die Unterklasse sich tendenziell am wenigsten Versprechen darf, ist die Mittelschicht an politisch-kulturellen Veränderungen in hohem Maß beteiligt.
Letztlich unterscheiden Misik und Neckel sich auch nicht in der Diagnose dessen, was die Distinktion dieser beiden Klassen verhindern soll. Nur inszeniert Misik sehr eindringlich durch Wortwahl und Fragestellung : "Was tut ihr eigentlich dafür, dass das was heute schlecht funktioniert, morgen vielleicht ein bisschen besser läuft?" Wohingegen Neckel erneut die suggestive Kraft der geltenden, sich selbstregulierenden und solidarischen Orientierung beschwört.