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Die Spießigkeit ist die ultimative Coolness? Unsinn, sagt Christian Rickens in seinem feinen Konter-Pamphlet zur neuen Bürgerlichkeit.
Falter, 13. Dezember 2006
Monumental und erschütternd:
Die neue
„Geschichte der Juden in Österreich“
beschreibt 800 Jahre jüdisches Leben – oder, genauer:
800 Jahre bedrohtes jüdisches Leben in Österreich.
Falter, 8. November 2006

Zur Entspannung im Nachwahlstress: Neue Bücher zur Konsumkultur, die der Frage nachgehen:
Erschienen in der Falter-Literaturbeilage Herbst '06 und in der taz.
Im Kaffeehaus ist er eine Berühmtheit und das reicht ihm schon: Franz Schuh, Kritiker, Chronist, Type aus Wien, hat mit „Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche“ sein Hauptwerk vorgelegt, das aus lauter Nebensachen besteht. taz, März 2006
Es gibt in Österreichs Hauptstadt den Typus des Großdenkers, über den man sagt, er sei „in Wien weltberühmt“. Das ist, wie das meiste in Wien, nicht freundlich gemeint. Gemünzt ist die bissige Formel auf Schein-Titanen, die daheim mit Genie-Geste renommieren, es anderswo aber, also in der Welt, zu nichts bringen. Des weiteren gibt es die, die tatsächlich weltberühmt sind, was meint, dass man sie zumindest in Deutschland kennt. Und dann gibt es Franz Schuh.
Affekte im Büro, Partnersuche im Internet, Liebeskonsum: Die israelische Soziologin Eva Illouz erforscht die Gefühlswelt des Kapitalismus.
Die Journalistin Corinna Milborn beschreibt in einer eindrucksvollen Großreportage das Abschottungsregime Europas gegen Flüchtlinge aus aller Welt.
Badeurlaub am Mittelmeer kann heutzutage mit einem gewissen Unbill verbunden sein: Gut möglich, dass morgens am Strand die angeschwemmte Leiche eines Schwarzen herumliegt. Bisweilen treiben auch Schlauchboote vorbei, in denen Verdurstete liegen. Oder es kommt ein überladener rostiger Kutter daher, der seine halbverhungerte menschliche Fracht glatt an der Küste absetzen würde, würde ihn die italienische Marine nicht wieder auf’s offene Meer treiben.
Benjamin Kunkels Erstling „Unentschlossen“, Amerikas Literatursensation des Jahres 2005, liegt jetzt auf deutsch vor. Kunkel, ein Ironiker, der sich um Relevanz bemüht, gilt schon als Stimme einer neuen kritisches Generation.
Einer wie Benjamin Kunkel muss erhofft, ja richtig ersehnt worden sein. Erfolgreichster Debütant des Jahres 2005 war der 33jährige mit seinem Roman „Unentschlossen“ in den USA sowieso. Gegen die heftigen Umarmungen des linksliberalen Jetssets kann der Autor sich seither kaum erwehren, schon gilt er als „die neue Sensation des literarischen New York“. Wie üblich, ist es dabei nicht damit getan, einen Autor für einen guten Roman zu loben, erhoben wird er sofort zur neuen Stimme einer neuen Generation. Endlich einer, der leicht und ironisch schreiben kann und doch die substantiellen Fragen angeht – ernst und trotzdem cool. „Der lustigste und klügste Entwicklungsroman seit Jahren“, pries ihn Jay McInerney in der New York Times, der gleichzeitig „die Geburt eines sozialen Bewusstseins“ annonciere.
Wege zum Echtsein: das Entfremdungstheorem, zuletzt arg ramponiert, von Rahel Jaeggi auf furiose Weise renoviert. taz, Jänner 2006, Falter Frühjahrsbuchbeilage 2006
Paul Berman beschreibt, wie linke Intellektuelle dazu kamen, die Armee gegen Despoten loszuschicken – und trauert, dass sie in der Irakcausa nicht mit in die Schlacht zogen. taz und Falter, Frühjahr 2006
Studie, Pamphlet, Plädoyer: Wolfgang Engler versucht uns vom Arbeitsglauben zu heilen und den Bürger vom Erwerb, von der Stelle zu emanzipieren. Zeit dafür wär's. taz und Falter, Februar 2005
Ein Wutanfall: Ibn Warraq rechnet mit dem Glauben ab, in den er hineingeboren wurde. Die Geschichte des Islam erweist sich darin als Abfolge von Knechtung, Mord und Greueltaten. taz, März 2005
Drinnen und draußen zugleich: Stuart Halls Essays über die Kurzschlüsse des Kulturellen. taz und Standard, April 2005
Für Paulo Virno ist die Multitude die vorherrschende Seinsweise im Postfordismus. Daraus folgt kein neues revolutionäres Subjekt, aber eine Lage, die Revolten günstig ist. taz, November 2005
Ist der Kapitalismus eine Religion? Das Publikum jedenfalls glaubt an ihn und treibt den Götzenkult. Ein Sammelband fragt, was das zu bedeuten hat. taz, Februar 2004
Im dritten Band der Schriften und Reden Michel Foucaults kann man dem Pariser Gelehrten beim Denken zusehen - und beim Erfinden jener Begriffe, ohne die heute kein sozialphilosophischer Diskurs mehr auskommt. Falter, taz, februar 2004
Osama & Freunde. Der unorthodoxe linke US-Essayist Paul Berman fordert in einer wuchtigen Streitschrift, die totalitäre Bedrohung durch den Islamismus ernst zu nehmen. John Gray langweilt dafür mit einem Essay über die "Geburt al-Qaidas aus dem Geist der Moderne". Falter, taz März 2004.
Politisches Buch. Diagnose "Asoziale Marktwirtschaft": Die Journalisten Ernst Schmiederer und Hans Weiss haben akribisch recherchiert, warum große Konzerne heute praktisch keine Steuern mehr zahlen. Falter, September 04
Wenn die Islamisten den Westen nicht hätten, müssten sie ihn glatt erfinden: Gilles Kepel und Fouad Allam beschreiben die paradoxe Struktur des Dschihadismus in einer global vernetzten Welt. taz, Falter, Dezember 04






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