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Brauchen wir Gott für die Moral? Aber nein!

Mein Beitrag zum deutschen Kirchentag. taz, 14. Mai 2010

"Gott behüte" - Jetzt als Taschenbuch!

Kaum ist das neue Jahrzehnt angebrochen, schon gibt's ein neues Buch von mir im Buchhandel - und ich musste dafür nicht einmal viel arbeiten. "Gott behüte - Warum wir die Religion aus der Politik raushalten müssen", 2008 im Ueberreuter-Verlag erschienen, wurde nun vom Berliner Aufbau-Verlag in einer Taschenbuch-Ausgabe herausgebracht. Um wohlfeile 9.95.- Euro.

Beziehbar im Buchhandel oder einfach hier über Amazon. (wer über den Amazon-Link bestellt, unterstützt den Autor noch mit ein paar Groschen ;-)

Auszüge aus dem Buch und Rezensionen gibt es übrigens hier zum Nachlesen.

 

Böckenförde wehrt sich gegen Vereinnahmung durch die Kirche

Politisierende Kardinäle, Prälaten und Theologen warten heutzutage mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit ihrem Lieblingszitat auf, wenn sie uns beweisen wollen, wie wichtig der Gottglaube für den Zusammenhalt einer Gesellschaft ist. Dieses Zitat ist mehr als vierzig Jahre alt und stammt vom deutschen Staatsrechter Ernst-Wolfgang Böckenförde und lautet so: "Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann." Soll heißen: die Ordnung der Freiheit zehrt vom kulturell-moralischen Zusammengehörigkeitsgefühl, das ihr Vorgängig ist. Ganz allgemein wird Böckenfördes Zeile als Beweis dafür genommen, wie wichtig die Religion ist, um Menschen eine Moral zu geben und das Gefühl, dass sie irgendetwas miteinander verbindet. In der heutigen taz findet sich nun ein Interview mit Böckenförde in dem dieser sagt: Ich hab's gar nicht so gemeint.

Gegen Gott (FS Misik Folge 18)


YouTube Directlink: http://www.youtube.com/watch?v=o7kJGFnhlW8


Auch in Österreich gibt es eine heftige Debatte über die Rolle von Kirchen und Religion im öffentlichen Raum, seitdem die zweitgrößte "Glaubensgemeinschaft" des Landes - also die der Bürger ohne religiöses Bekenntnis - ein wenig auf sich aufmerksam macht. Öffentliche Verkehrsmittel haben abgelehnt, Werbeanzeigen mit dem Spruch "Es gibt keinen Gott" zu affichieren, jetzt sind sie an drei Stellen auf den "City-Lights" zu sehen. Als kleinen Beitrag zu der Debatte schalte ich hier eine ältere Folge von FS-Misik, die den Titel "Gegen Gott" trägt.

Links: Buskampagne

„Yoga ist eine ernste Sache"

Man kann auch auf säkulare Weise religiös sein, meint Charles Taylor. Der kanadische Philosoph erklärt, warum Multikulti nicht tot und „Abendland in Christenhand" eine destruktive Parole ist. Der Standard, 30. Mai 2009

 

Brauchen wir Religionsunterricht für "unsere Werte"?

Mein Beitrag zum deutschen Kirchentag - für die taz. (5. Mai 2009)

"Brauchen wir Gott für unsere Werte?"

Darüber diskutiere ich am kommenden Sonntag am taz-Kongress, dem großen Ratschlag um 30. Gründungsjubiläum der Berliner "tageszeitung".

Pro-Reli, der Vatikan und der Kampf der Religionen um unsere Köpfe. Ein Gespräch mit Michael Wolffsohn, Petra Bahr, Robert Misik und Philipp Gessler.

Berlin, Haus der Kulturen der Welt, Theatersaal. Sonntag, 19. April, 9 Uhr.

FS Misik 67: Wir trennen jetzt Staat und Religion


YouTube Directlink: http://www.youtube.com/watch?v=aigLqbGCQv4


Nachdem die Religionen in den vergangenen Jahren immer offensiver in den öffentlichen Raum drängen, gibt es jetzt dazu Gegenbewegungen. In Österreich hat sich eine "Laizismus-Initiative" gegründet, auch die Privilegierung der Religionen im Schulunterricht wird wieder vernehmbarer kritisiert. Religiöse Repräsentanten nehmen es wie selbstverständlich, für ganze Bevölkerungsgruppen zu sprechen - auch wenn sie oft nicht viel mehr repräsentieren als sich selbst. Die mittlerweile zweitgrößte "Glaubensgemeinschaft" kommt dagegen eher selten vor: die derjenigen ohne religiöses Bekenntnis. Das dürfte sich jetzt ändern. Dabei geht es den Laizisten nicht um einen Kampf gegen die Religionen. Jeder soll glauben, wozu er lustig ist. Aber er soll damit niemanden belästigen. Und er soll den Staat nicht für sich einspannen.

Heilige Bytes

Kreuznet, Gloria.tv & Co. Ultrakonservative Kreuzkatholiken laufen der Amtskirche mit ihren Internetaktivitäten die Diskurshoheit ab. Falter, 18. Februar 2008

Ist Katholizismus heilbar?


YouTube Directlink: http://www.youtube.com/watch?v=JTyd6BlILOI


Was, wenn aus Robert Misiks Mund Satan spricht, so wie aus den Harry Potter Romanen? Man kann ja nie wissen. Deshalb sollen diesmal in FS Misik vornehmlich Pfarrer Gerhard Maria Wagner, der designierte Weihbischof von Linz, seine Freunde von gloria.tv, die Piusbrüder, auf die man neuerdings in Rom so viel hält und Bischof Richard Williamson das Wort erhalten. Ein Glaubenspaket, plus Serviceelement: Kirchenaustritt leichtgemacht!

"Gott behüte! Warum wir die Religion aus der Politik raushalten müssen" - mein neues Buch im Wiener Ueberreuter-Verlag. 

Karl Marx hielt die Religionen für das "Opium des Volkes". Heute wissen wir: Sie sind weniger ein Beruhigungsmittel, um die Härten des Lebens zu ertragen, sondern das Aufputschmittel der Völker - bestens geeignet, die Menschen gegeneinander aufzhetzen.
Trotzdem wird unverdrossen die "Rückkehr des Glaubens" herbeigesehnt. Die Religionen würden den Menschen Sinn geben, heißt es. Dabei sind die Religionen gefährliche Unsinn-Ressourcen. Renaissance der Religion führt zum täglichen Kleinkrieg der Kulturen, zur Konkurrenz der Fundamentalismen.
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Bestellen bei amazon: hier.
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Buchpräsentation in Wien:
26. März, um 19 Uhr im Republikanischen Klub, Rockhgasse 1, 1010 Wien
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Ein kleiner Appetizer aus dem profil findet sich hier, ein paar Überlegungen zur Frage, was denn eigentlich Religionskritik ist, hier und hier (englisch), mein Falter-Essay zur "Renaissance der Religionen" hier. Diverses zu Islam & Islamismus hier.
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Ein Gespräch, das Wolfgang Ritschl für die Ö1-Sendung "Kontext" mit mir führte können Sie hier hören.

"Gott behüte! - Der ausrufende Titel ist Programm und gleichzeitig Provokation" Der Standard, Wien.

"Wo Religion ist, meint Misik, ein kluger linker Kopf aus Österreich, da ist Eiferertum nicht weit." Der Tagesspiegel, Berlin.

"Misik gefällt sich in der Rolle des des urbanen, spätliberalen Aufklärers... Religionen sind, so Misik mit einer hübschen Pointe, weniger, wie Marx es vermutete, das „Opium des Volkes“, sondern vielmehr ein „Aufputschmittel“, mit dem die Völker „aufeinander losgehetzt werden“. " Konrad Paul Liessmann, Falter.

"Misik erweist sich immer wieder als kluger Analytiker mit überraschenden Deutungen. Dies zeigt sich auch und gerade bei der Auseinandersetzung mit der Frage nach der Kompatibilität von Demokratie und Islam. Dies sei nicht das Problem, Religionen wären grundsätzlich demokratiefähig - sofern sie ihren Machtanspruch verloren hätten." Armin Pfahl-Traughber

"Misiks Angst, der aggressive Islamismus würde gleichsam eine Fundamentalisierung des nach eigener Aussage "geläuterten" Christentums in Europa nach sich ziehen, erscheint dann eben auch recht neurotisch. Wochenzeitschrift "Das Parlament".

"Überzeugend, handfest, spannend" Jugendmagazin FM 5.

"Eine gelungene Analyse" UNIQUE.

"Einer der originellsten Diagnostiker im deutschen Sprachraum ... wohltuend auf-, aber gar nicht abgeklärt" Diners Club Magazin.

"Ein Pamphlet ... das Religion als Unsinn-Ressource diffamiert" Wiener Zeitung

"Misik, scharfsinniger Buchautor, hat zur richtigen Zeit das richtige Thema aufgeggriffen" The Gap.

"Darum geht's also. Die Beseitigung des Religiösen" Academia..   

Alle Rezensionen gesammelt können Sie hier sehen.

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Im Folgenden schon einmal ein kleiner Auszug aus dem Schlusskapitel:
Gott schütze uns vor der Rückkehr der Religionen!
Jeder soll glauben, wozu er lustig ist. Nahe Verwandte von mir glauben, dass es Unglück bringt, einen Hut auf das Bett zu legen oder zurückzugehen, wenn man einmal die Wohnung verlassen hat. Damit schaden sie niemandem (außer mir, weil ich es bin, der zurückgehen muss, wenn sie etwas vergessen haben). Aber sie wollen nicht, dass alle Menschen glauben, dass Zurückgehen Unglück bringt. Sie meinen nicht, dass Menschen, die zurückgehen, Ungläubige sind, der ewigen Verdammnis preisgegeben. Sie haben um ihre Überzeugung, dass der Hut am Bett das Pech anzieht, auch keineswegs eine Fülle moralischer Imperative gruppiert, seien es sinnvollere („Du sollst keinen Hutträger töten“) oder unsinnigere („Menschen ohne Hut sind unrein“). Sie finden auch nicht, dass man die Lehre vom verderblichen Zurückgehen in den Schulen unterrichten soll. Und sie sind insbesondere nicht der Meinung, dass Menschen, die die Hut- oder Nicht-zurückgeh-Lehre nicht teilen, einer anderen Kultur, einer anderen Zivilisation angehören, von der man Abstand halten oder die man sogar aktiv bekämpfen solle. ...

Konrad Paul Liessmann über "Gott behüte"

Konrad Paul Liessmann im "Falter":

"Natürlich will auch Misik religiöse Gefühle respektieren und Gläubige nicht grundlos beleidigen, vor allem dann, wenn es sich nicht um Katholiken, sondern um Muslime handelt, und dass es die Caritas gibt, ist durchaus in Ordnung, aber abgesehen davon sollen sich Kirchen und Theologen in Fragen der Politik, der Gesetzgebung, der Gestaltung des Gemeinwohls weder einmischen noch diese gestalten. Wenngleich manchmal vielleicht etwas gewollt locker formuliert, vertritt Misik die in der Philosophie seit Kant ventilierte These, dass aus der Perspektive der Vernunft weder für eine humane Moral noch für eine angemessene Erkenntnis der Welt ein Gott vonnöten sei. Misik möchte zwar kein eifernder Atheist wie Richard Dawkins sein, aber Religion ist für ihn letztlich keine Sinn-, sondern eine „Unsinn-Ressource“.
In Bezug auf den politischen Charakter der Religionen stützt sich Misik auf die von dem Ägyptologen Jan Assmann prominent vertretene These, dass vor allem die monotheistischen Religionen mit ihren absoluten Wahrheitsansprüchen auch Formen politischer Herrschaft und Gewalt begründet und legitimiert hätten, die sich für die Entwicklung der Menschheit als durchaus verhängnisvoll erwiesen hätten. Religionen sind, so Misik mit einer hübschen Pointe, weniger, wie Marx es vermutete, das „Opium des Volkes“, sondern vielmehr ein „Aufputschmittel“, mit dem die Völker „aufeinander losgehetzt werden“. Die Trennung von Kirche und Staat, letztlich von Religion und Gesellschaft ist die notwendige Konsequenz aus diesem Befund."

Die vollständige Rezension finden Sie hier.

After decades of restraint, Europe’s Christian churches – above all Catholicism – have re-entered the political arena. It’s partly because this has already happened elsewhere in the world. The German Times, Juli 2008

Gegen Verwestlichung

Nicht nur in Polen, auch in Russland mengen sich Kleriker zunehmend in die Politik ein. Lokale Marotte ist das nicht – sondern ein gefährlicher Trend der Zeit. Report, April 2008

We are Pope!

Der Papst liebt Amerika, aber er hasst die Amerikanisierung. Jetzt besucht das Oberhaupt der Katholiken die Führungsmacht der christlichen Welt. Welcome to God’s own Country! taz, 16. April, und Standard, 17. April 2008
 

Der Feinstaub-Gott

Der Oxforder Theologieprofessor Alister McGrath hat mit „Der Atheismus-Wahn“ eine kluge Antwort auf Richard Dawkins „Gottes-Wahn“ geschrieben. Darin zeigt sich das Christentum in all seiner Milde. Fragt sich nur, wozu man es braucht. taz, 12. April 2008
 

„Ich sag nicht ‚fahr zur Hölle’...“

Ich habe gerade ein religionskritisches Buch geschrieben. Mein Freund Wolfgang Kimmel ist ins Priesterseminar eingetreten. Haben wir uns noch etwas zu sagen? Für den "Falter" trafen wir uns zu einer Art Dialog der Kulturen. Falter, 19. März 2008

Gott schütze uns vor der Rückkehr der Religionen

Untenstehenden Beitrag schrieb ich auf Einladung des Jugendmagazins Chilli.cc. Wo er hier zu finden ist.

Kämpfende Kirche

Angestachelt von der „Rückkehr der Religionen“ mischt sich die katholische Kirche wieder ungenierter in die Politik ein. In Spanien ruft sie auf, die Sozialisten „abzuwählen“, beim Sturz von Italiens Premier Romano Prodi hatte das Episkopat die Finger im Spiel. Kehrt der Politkatholizismus zurück? profil, 18. Februar 2008

Oh God!

The criticism of religion has a great tradition in philosophy and art. Not every form of mockery is enlightening, however. When directed only at the religion of the others, it becomes bigotry. (Mein Religionskritik-Essay aus profil und taz, freundlicherweise übersetzt von den Kollegen von quantara.de) Übersetzung: Ron Walker
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Robert Misik
robert@misik.at

Journalist & Sachbuchautor
Lebt & arbeitet in Wien
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