Der Raiffeisen-Skandal

Was die "Presse" da berichtet, könnte sich noch zu einem Skandal auswachsen: Die Industriellenvereinigung will keine Gelder für das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO locker machen, die Raiffeisen hat ihre Zahlungen schon eingestellt. Und zwar, weil am WIFO Wissenschaftler arbeiten, die offenbar politisch unliebsame Vorschläge machen, wie die "Presse" schreibt:

"Vor allem die prononciert „roten" Wifo-Experten Margit Schratzenstaller, Stephan Schulmeister und Markus Marterbauer würden sich in der Öffentlichkeit ständig zu Wort melden - mit politisch eindeutigen Botschaften."

Vor allem im Fall der Raiffeisen ist das pikant: Musste die Raiffeisen ja mit einer Eigenkapitalspritze vom Staat über Wasser gehalten werden, und auch indirekt zahlt der Steuerzahler für das Finanzdesaster, das Rothensteiner & Co. angerichtet haben: Indem höhere Zinsen am Kapitalmarkt zu zahlen sind, weil Österreich als Staatspleitekandidat gilt. Dass gerade eine solche Bank, statt sich bei den Bürgern zu entschuldigen, Wissenschaftsinstitutionen erpresst, ist eigentlich unfassbar.

Man sollte sich überlegen, ob nicht ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss die offenkundig unvernünftigen High-Risk-Praktiken untersuchen sollte, die die Banker auf Kosten der Steuerzahler eingegangen sind.



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1 Comment


pikant und glz. alles andere als unerwartet.

Das ist doch u.a. die selbige IV, die sich bei Ö1 eingekauft zu haben scheint. Zumindest könnte man aufgrund des rasanten wie plötzlichen Anstiegs der Journalbeiträge mit IV-Nennung und Interviews vermuten; ein Anstieg, der zeitgleich mit der Promotion von Michael Csoklich zum Ressortleiter Wirtschaft beim Inforadio zusammen fiel.

Die selbe IV, in deren Haus Bartenstein, Felderer und Veit Sorger gerne gemeinsame Pressekonferenzen gaben. Mit den Augurensprüchen Felderers hat die IV natürlich nie Probleme. Sie kommen punkto Timings und in der Aussage schließlich immer sehr nahe an die IV-Aussendungen heran.

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Robert Misik
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Journalist & Sachbuchautor
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