Fekter lobpreist Sarrazin

Wer noch ein Argument für die Unwählbarkeit der ÖVP vor der kommenden Wienwahl braucht, der soll den heutigen "Kurier" auschlagen. In dem lobt die Innenministerin Maria Fekter die "postive Debatte", zu der Thilo Sarrazins Buch beigetragen hat. Und dann legt sie noch in Strache-Manier nach: "Das ist ein Phänomen, das mich auch schon lange begleitet hat: Dass eine kleine Gruppe bestimmt, was politisch korrekt ist, was man sagen darf und was nicht. In Wirklichkeit ist das Gesinnungsterror." Das ist also das einzige, was Frau Fekter zur Neo-Eugenik Sarrazins einfällt.

Dabei muss man sich vor Augen halten: In Deutschland hat die christdemokratische Parteichefin Angela Merkel keine Sekunde gezögert, sich gegen Sarrazins Aufwiegelungsprosa zu stellen - in Österreich wird er von der Innenministerin in den Himmel gelobt. Das genau ist der Unterschied zwischen den Christdemokraten hier und denen da.

Und ich bin es auch langsam leid, mir immer von irgendwelchen aufgeklärten, liberalen Christdemokraten sagen lassen zu müssen, dass sie eh nicht so seien, dass sie das ja eh auch nicht gut finden - dann sollen sie endlich einmal ihren Arsch hochkriegen und etwas unternehmen. Oder zumindest vernehmbar kundtun, dass sie das ablehnen und verabscheuen. Im Kaffeehaus den Liberalen raushängen lassen ist wohl ein bißchen wenig.



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Was soll man sich in dieser und vergleichbaren Angelegenheiten von einer Frau Fekter erwarten?

Nota bene: Auf die Frage, ob Rosenkranz eine für sie wählbare Option bei der Bundespräsidentschaftswahl sei, meinte sie damals (ohne auch nur ein einziges weiteres Argument hinzuzufügen!), dass Rosenkranz für sie nicht wählbar sei, weil diese je kein Mitglied der katholischen Kirche sei und auch ihre Kinder nicht getauft seien.

Noch Fragen...?

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Robert Misik
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Journalist & Sachbuchautor
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