Ha, Christian Felber und Attac gründen eine Bank!
Das nützliche Kerngeschäft von Banken besteht darin, überschüssige Ersparnisse der einen in Investitionen anderer zu verwandeln. Eine gute Sache an sich, weil sie eine Volkswirtschaft - und damit letztlich uns alle - reicher macht. Potentiell also ein, in jedem Wortsinn, "gutes Geschäft".
Ein noch "besseres Geschäft" haben jetzt Christian Felber und die österreichischen Attac-Freunde im Auge. Felber predigt ja landauf, landab, die "solidarische Ökonomie"; will jetzt aber selber zeigen, wie's geht. Und gründet eine Bank!
Die "Demokratische Bank". Anteilscheine kann man schon zeichnen. Was sie können soll, welche Verpflichtungen sie sich auferlegen will beschreibt ein umfangreiches Modell-Paper von Attac.
2011 soll die Bankenkonzession stehen, 2012 soll es losgehen. Spinnerei? Keineswegs. In Deutschland sind alternative Banken, die ihr Geld mit ethischen Investments verdienen, längst ein Renner. Siehe hierzu dieses Interview mit dem Chef der GLS-Bank Thomas Jorberg.
Sie wollen auch Banker werden? Nichts leichter als das. Hier der Link zur "Demokratischen Bank"
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Sehr geehrter Herr Misik, ich muss Ihnen widersprechen. Das "nützliche Kerngeschäft von Banken" besteht nicht darin, überschüssige Ersparnisse der einen in Investitionen anderer zu verwandeln, sondern in der Geldschöpfung. Geschäftsbanken haben die Geldschöpfung den staatlichen Zentralbanken aus der Hand genommen. Ein Trend der parallel mit dem verschwinden von Bargeld einherging. Rund 90 Prozent des Geldes zirkuliert inzwischen bargeldlos und wird von den Banken per Kredit in Umlauf gebracht - auf den Girokonten der Kunden.
Das Kerngeschäft der Banken besteht also nicht darin, die bei ihnen deponierten Ersparnisse als Kredite zu vergeben und so eine Zinsdifferenz zu kassieren, sondern neu geschaffenes Geld ohne Deckung auszuleihen und den ganzen Zins einzustreichen. Dadurch entstand die exzessive Kreditvergabe die immer wieder zu Krisen führte (siehe US-Immobilienkriese). Was es also benötigt, ist eine Geldschöpfung, die dem Wohle der Gemeinschaft ausgerichtet ist. Hier ein gutes Video dazu: http://is.gd/dlXqL
http://www.ehrenhauser.at
@Martin Ehrenhauser:
Banken können nur das Geld verleihen, das sie von jemandem bekommen haben. Ultimativ ist lediglich die Zentralbank die einzige Geldquelle, bzw. -senke.
Wäre es anders, dann wären die Banken ja heute ja nicht in Insolvenzgefahr. Wozu dann Rettungspakete, wenn man sich das Geld selber drucken kann? Und was machen schon faule Kredite aus, wenn die Bank ohnehin niemandem verpflichtet ist? Wozu schlagen sich die Banken überhaupt noch mit Sparern herum? Fragen über Fragen, ....
Joseph Hubers Argument ist, meiner Erinnerung nach, dass die Geldmenge über das heutige System nur sehr indirekt (Gummibandartig) gesteuert werden kann.
Die Nachteile eines staatlichen Girokontos bei der EZB sind:
1.) Staatliches Service ohne Konkurenzanbieter. Na Prost Mahlzeit.
2.) Mangelnde Innovationen aus gleichem Grund.
3.) Mittlerweile obsolet, aber Entfall des Bankgeheimnisses und damit Tür und Tor geöffnet für Tyrannei und Überwachung.
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Aber auch Felber liegt falsch, wenn er die Ursache der Krise im öden Spargeschäft und in angeblich zu hohen Sparbuchrenditen sieht. Die großen österreichischen Banken, die Hilfe benötigten, sind nicht gerade dafür bekannt, den Sparern hohe Renditen zu gewähren.
Darüber hinaus galten die ominösen verbrieften Hypotheken als konservative Alternativen zu guten Staatsanleihen (Tripple-A) und waren niedrig verzinst. Aus diesem Grund griffen ja auch so viele konservative, staatsnahe Institutionen, Pensionsfonds und Versicherungen zu. Wenn diese Papiere von Anfang an als high-yield, also als ertragreich, aber riskant eingestuft worden wären, dann hätten wir heute kein Problem. Die Internet-Blase hat das Bankensystem ja auch nicht erschüttert.
ad 2.) Jede Bank muss die eigenen Spareinlagen garantieren. Was soll daran neu sein?
ad 5.) Es gibt bereits inflationsgebundene Staatsanleihen (USA, FR, DE). Kann man bei jeder Bank kaufen.
Ich freue mich jedenfalls schon auf das kostenlose Girokonto und die billigen Kredite der Felber-Bank. Sparen werde ich aber bei einem anderen Institut.