"Heute, Österreich und Kronen-Zeitung sind vom Zugang zur Presseförderung ausdrücklich auszuschließen..."

Was die Kolleginnen und Kollegen des Portals "Dossier" (hier der Link) recherchiert haben, schlägt dem Fass den Boden aus: Am Beispiel des zeitungsähnlichen Druckwerks "Heute" wird dargestellt, wie die öffentliche Hand den Boulevard alimentiert. Bei "Österreich" und "Kronen Zeitung" wird es wohl nicht viel anders sein. 

Das I-Tüpfelchen über diesen Skandal ist der Passus aus dem Dienstvertrag, der bei "Heute" offenbar üblich ist und den die KollegInnen im Faksimile veröffentlichen. Einfach unglaublich: 

Heute Dienstvertrag.JPG

Es reicht eigentlich. Drei Zeitungen versauen das gesellschaftliche Klima im Land, aber sie könnten das gar nicht, wenn man sie nicht mit Steuergeld künstlich am Leben erhielte. Ich denke, es ist langsam hoch an der Zeit für ein "Bundesinseratengesetz", das etwa so aussehen könnte. Und ich weiß schon, es ist unrealistisch, aber man wird ja noch träumen dürfen. 

§ 1: Öffentlichen Institutionen von Bund, Ländern und Gemeinden ist das Inserieren in Zeitungen und anderen Medien verboten. 

§ 2: Die bisher dafür aufgewandten Mittel werden der Presseförderung zugeschlagen. 

§ 3: Voraussetzung dafür, in den Genuss der Presseförderung zu kommen, ist es, ein Qualitätsmedium zu sein. 

§ 4: Ob ein Medium ein Qualitätsmedium ist (oder nicht) entscheidet eine unabhängige Jury hochkarätiger, über alle Zweifel erhabener Persönlichkeiten. 

§ 5: Für tatsächlichen unbedingt nötigen Informationsbedarf öffentlicher Institutionen wie Ministerien etc. stellen alle Medien Druckseiten, Sendeplatz etc. in einem noch festzulegenden Ausmaß unentgeltlich zur Verfügung. (beispielsweise Tagesezeitungen 10 Seiten im Jahr, das wird ja wohl für wichtige Bekanntmachungen des Gesundheitsministeriums etc. ausreichen) 

§ 6: "Heute", "Österreich" und "Kronen Zeitung" sind mangels Förderungswürdigkeit von der Presseförderung ausdrücklich auszuschließen. 
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Robert Misik
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Journalist & Sachbuchautor
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