Konservativ - oder nur geisteskrank?

Dieser Tage erweist sich wieder einmal, dass Konservativismus von pathologischem Irrsinn nicht immer leicht zu unterscheiden ist. So plädiert Hans-Jürgen Irmer, immerhin Vize-Chef der CDU-Fraktion im hessischen Landtag, für die Wiedereinführung der Prügelstrafe:

"Wenn, weil man ihn aufgeputscht,
die Hand des Lehrers ausgerutscht
und das ist deshalb vorgekommen,
weil sich Schüler schlecht benommen,
dem Störer wurd' eine geschmiert,
dann wird heute prozessiert.
Ganz anders war's vor vielen Jahren
Als wir noch in der Schule waren.
Man war beschämt und nicht verletzt,
wenn es Ohrfeigen gesetzt,
und man hat es nicht gewagt,
zu Haus' darüber sich beklagt.
Hätt' man den Eltern dies gepetzt,
dann hätt' es noch eine gesetzt."

Nicht weniger durchgeknallt äußerte sich Eva Herman, die Ex-Tagesschau-Moderatorin und nunmehrige Zentralfigur des christlichen Ultrakonservativismus in Deutschland. Die Todesopfer bei der "Sex- und Drogenorgie Loveparade" kommentierte sie mit foglenden Worten:

"Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!"

Ganz klar: Es war die gerechte Rache Gottes für Sodom und Gomorrha. Der Gott der Liebe muss die Sünder halt gelegentlich bestrafen, und wenn er sie zertrampen und zerquetschen läßt.



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2 Comments


Wenn übrigens Muslime sich nicht davon distanzieren, ihre Frauen schlagen zu dürfen, dann sind sie ganz böse und sollten sofort ausgewiesen werden. Selber die eigenen Kinder schlagen, da ist dann aber nichts dabei, das tut man schließlich zum Wohle des Kindes.

Der Hermann-Kommentar wäre fast schon wieder witzig, wen er nicht so zynisch wäre. Von der Strafe Gottes hört man sonst eher von jenseitigen Frömmlern wie Ahmadinejad oder Sarah Palin.

Bezüglich der Prügelstrafe allerdings gibt es durchaus stichhaltige, wenn auch zugegebenermaßen umstrittene, Studien, die die Effektivität stützen: Das läuft in der Psychologie unter Aversive Conditioning.

Es mag nicht politisch korrekt sein, aber man sollte diesen Ansatz nach seiner Effektivität und ohne politische Scheuklappen betrachten.

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Robert Misik
robert@misik.at

Journalist & Sachbuchautor
Lebt & arbeitet in Wien

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