Mein "10 Punkte Plan" zur Weltverbesserung

10 Punkte Plan.JPGSelten hat ein Text ein solches Echo wie der kleine Essay (hier zum Nachlesen), den ich vergangenen Samstag in der Berliner taz veröffentlichte, in dem ich ein paar Punkte formulierte, auf die sich moderne Progressive doch bitte einigen können sollten. Weil irgendwann die taz-Seite zu Ende war, ergab es sich zufällig, dass sich mehr als zehn Punkte nicht unterbringen ließen. Deshalb firmiert der Text mittlerweile schon als "10-Punkte-Plan". Die taz lieferte heute gewissermaßen noch eine kleine Fortsetzung, indem sie die Leserkommentare in einem eigenen Stück zusammenfasste mit dem Titel: "Leser streiten über den 10-Punkte-Plan"

Auch auf twitter wurde, soweit das die 140-Zeichen-Tweets zulassen, über den Text diskutiert. Diverse Aktivisten und Politiker der Grünen und der Partei "Die Linken" bezogen sich positiv auf ihn, genauso Leute aus der SPÖ und SPD-Spitzenpolitiker wie Hubertus Heil. Ich sag das jetzt hier nicht, weil mir das so schmeichelt, sondern einfach, weil es ein Indiz für das ist, was ich eigentlich darstellen wollte: Dass man sich doch problemlos auf ein paar Punkte einigen könnte, die zwar nicht eine "ganz andere" Welt brächten, aber doch eine fundamental progressivere Ordnung der Dinge, kurzum: Die mehr Gerechtigkeit etablieren und gleichzeitig die Wirtschaft in Schwung bringen würden. 

Um das noch einmal deutlich zu sagen: Unser Problem ist offenbar nicht, ein Programm zu formulieren, das, wäre es verwirklicht, einen fundamentalen Kurswechsel bedeuten würde (so ähnlich wie der Kurswechsel vom Raubtierkapitalismus zum New Deal unter Roosevelt, oder vom Katastrophenkapitalismus der 30er Jahre zum Wohlfahrtsstaat), unser Problem ist eher, die sozialen Akteure, Bewegungen und politischen Kräfte zu bündeln, die dieses Programm durchkämpfen, also: ambitionierte demokratische und soziale Reformen. Und für die Aufsplitterung der progressiven Kräfte gibt es sicherlich genügend Gründe (im Sinne von Ursachen, die man gut erklären kann), aber sie macht die Sache halt nicht leichter. Oder anders gesagt: Sie ist heute ein wichtiger Teil des Problems. Ein anderer Aspekt ist natürlich gelegentlich das politische "Spitzenpersonal" selbst - ohne dass ich irgendjemanden zu nahe treten will. 

Und darauf wollte ich einmal hinweisen: Dass es da doch genug gäbe, wofür es sich lohnen würde, mit Elan an einem Strang zu ziehen. Und dass wir uns offensichtlich verdammt oft selbst im Weg stehen. Dass 10 Punkte auf 250 Zeilen natürlich nur eine knappe Sache sind, ist klar. 

Wer mehr Details will, der oder die kann ja in mein Buch "Anleitung zur Weltverbesserung. Das machen wir doch mit links" reingucken, in dem ich für all das im Grunde nur ausführlicher werben wollte... 


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Robert Misik
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Journalist & Sachbuchautor
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