Terminerinnerung: 26. März Buchpräsentation "Gott behüte"

Mein Buch "Gott behüte" präsentiere ich morgen Mittwoch

26. März, um 19 Uhr im Republikanischen Klub, Rockhgasse 1, 1010 Wien

See you!



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hei Robert! Danke für "Gott behüte"! Bin hier der gleichen Meinung: Klare Worte brauchts wieder statt sich wiederholende Floskeln.
Dein pointierter, prägnanter Stil in "Gott behüte" ist dabei ein richtiger Genuß.

Bei meinem Kommentar vorgestern ist was untergegangen, auf das mich zu Recht meine Mitdiskutantin aufmerksam gemacht hat: es braucht einen Gegenentwurf. Und den habe ich in Norwegen erlebt. Da gibt es Vereine für gottlose Kinder und Jugendliche: Nein zu jeder Art von Dogma, Ja zu Menschenrechte, Verfassung, Solidarität. In Norwegen sind meine Au Pair-Kinder in den "etnisk forbund" gegangen, dort gab es eine Gemeinschaft, Symbole und Rituale, eine Feier zur Einführung in die Gesellschaft, Unterricht davor. Das war quasi ihre "Firmung". Es hat ihnen gefallen. Sie lernten Freunde und Freundinnen kennen, sie lernten Sinnvolles, sie verstanden, daß jeder Mensch auf seine Art Gesellschaft mitträgt.
In Schweden ist das Bekenntnis zum "Folkshem" (zwar hundertmal totgesagt, aber es lebt noch immer, gerade auch bei den Jungen. mein Eindruck) zu Gleichheit über Solidarität nach dem Prinzip "an alle nach ihren Bedürfnissen, von allen nach ihren Fähigkeiten", eine Menschen verbindende Identifikation. Eine Idee, die man vor Augen haben, für deren Realisierung man mitarbeiten kann. Hierzulande gibt es nichts Vergleichbares. Ich konnte bei Freidenker und Co keine explizit an Kinder und Jugendliche gerichtete Veranstaltungen finden.
Und das "Folkshem" als solches war in Österreich auch nie eine umfassende politische Idee, die in der Gesellschaft über einen längeren Zeitraum zutiefst verankert worden wäre. Somit mangelt es selbst am Angebot eines abstrakten Zugehörigkeitsgefühls (mal abgesehen von den politischen Parteien, wo manche gerne jugendlieb sein will und wie bei ÖVP Balleintanzen entgegenkommenderweise gleich mit automatischer Mitliedschaft verband...)

Sollte jemand über einen etnisk forbund-ähnlichen Verein Bescheid wissen, bitte ich um Info.

Mir könnte es ja wurscht sein. Ich seh mich in meiner Wahlheimat Norwegen. Aber ich sehe auch jene, die hierbleiben wollen. Und Kinder haben. Das ist eine vertrakte Situation. Man will konsequent sein, weil man so Vieles einfach nicht mehr aushält, aber das heißt für die Kinder: draußen sein. Selber ist man über Jahre zu einem Punkt gekommen, und man hat den notwendigen Selbstwert dazu. Aber Kinder, die haben nicht dieses Rüstzeug.
Da stellt sich die Frage: wo kann man sonst dabeisein? wohin? Am Land hängt so gut wie alles über "Tradition" mit der kath. Kirche zusammen: selbst die Feuerwehr beehrt bei Hochzeit, betrauert bei Begräbnis...

Ich halte Symbole für wichtig und sinnvoll. Fragt sich nur welche. Deshalb pflichte ich jenen bei, die sagen: es ist notwendig, daß von uns Heiden und Ketzer nicht nur ein Bekenntnis kommt, sondern auch eine Gemeinschaft angeboten wird. So zumindest habe ich auch Dawkins verstanden.

Es gibt Menschen, die lehnen Symbole und Rituale grundsätzlich ab. Alles sinnloses Geschmücke. Der liebe Franz zb. Doch was tut er? macht jeden Morgen eine morgendliche Profilstunde. Regelmäßig, andächtig, voller Inbrunst. Einem Gebet gleich. In heiliger Ruhe und innerer Einkehr. Jeden Tag gleich lang, damit er sich nach einer Woche wieder heiß auf die nächste Ausgabe freuen kann. Und weil die Konkurrenz mit Profil mir aussichtslos erschien, trat ich aus und konvertierte zur Ex.

Meine Erkenntnis: Selbst die, die sagen, Rituale und Symbole sind lauter Schmarrn, brauchen selber welche, so dringend wie die Tschik zum Kaffee.

Also: vielleicht möchtest doch mal was auf die Homepage setzen und Dich als Vereinsgründer betätigen. Spätestens in Deiner Pensi, wenn dann Zeitpolster unter der Hängematte liegen.

Oder wer anderer. Falls so: bitte um Info.

Bis dahin frohe Schaffenskraft und lustige Gespräche in St. Leonhard.

:-) son

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