Recently in Texte aus dem Falter (Wien) Category
Elf Jahre nach Pierre Bourdieus Tod veröffentlicht der Suhrkamp-Verlag ausgewählte Schriften zur Politik. Falter, Buchbeilage, März 2013
Als Pierre Bourdieu vor knapp elf Jahren starb, war er ein kämpferischer linker Intellektueller, der es in seinen letzten Lebensjahren verstand, Netze sozialer Protestgruppen zu etablieren, deren Fäden bis heute noch Bestand haben; darüber hinaus und vor allem war er aber der vielleicht einflussreichste Soziologe seiner Zeit. Begriffe und Konzepte, die Bourdieu in seiner jahrzehntelangen Arbeit entwickelte, sind beinahe zu geflügelten Worten geworden: Man denke nur an Konzepte wie "soziales Kapital" oder "kulturelles Kapital", "Distinktionsgewinn" oder "Habitus", alles Begriffe, die heute in Proseminaren oder in Feuilletons auch von Leuten benutzt werden, die von Bourdieu noch nie eine Zeile gelesen haben.
Aber gerade diese Wirkmächtigkeit ließ Bourdieu auch schnell in Vergessenheit geraten. An einem, der zwischen den sechziger und den neunziger Jahren die Debatten seines Fachs und die linken Diskurse prägte, schien es ja nichts mehr zu entdecken zu geben. Bourdieu war schon zu Lebzeiten derart rezipiert, dass für posthume Entdeckungen schlicht nichts übrig geblieben schien.
Ein raffiniertes Finanzsystem ist eine großartige Sache, sagt US-Ökonom Robert Shiller. Bloßes Banker-Bashing führt in die Irre. Falter, 3. Dezember 2012
Robert Shiller, 66, ist einer der einflussreichsten Ökonomen der USA. Er ist Professor an der Yale Universität und hat sowohl das Platzen der Dotcom-Blase wie auch der Immobilienblase vorausgesagt. Vergangene Woche präsentierte er auf Einladung des Bruno Kreisky-Forum in der Nationalbank sein Buch "Märkte für Menschen. So schaffen wir ein besseres Finanzsystem." (Campus-Verlag, 376 Seiten, 36,50,- Euro)
Sehr viele Leute meinen mit gutem Grund, dass Banken, Fonds und andere Finanzinstitutionen hauptsächlich dazu da sind, normale Bürger auszuplündern. Wie können Sie da behaupten, dass diese Branche einen Beitrag zu einer "guten Gesellschaft" leisten kann?
Shiller: Funktionierende Finanzinstitutionen tragen zur zivilisatorischen Entwicklung der Menschheit bei. Je älter ich werde, umso mehr denke ich über die moralische Seite des Finanzsystems nach.
Aber Sie haben auch eine starke These: Je komplexer und ausgeklügelter ein Finanzsystem, umso mehr nützt es der allgemeinen Wohlfahrt.
Shiller: Das Finanzsystem gibt Menschen die Möglichkeit, aktiv zu werden, es macht großartige Dinge möglich. Es gibt nicht viel, was Sie als einzelner Mensch alleine machen können. Und wenn Sie kollektiv etwas machen wollen, braucht es die Regierung. Aber das Finanzsystem erlaubt Menschen, zusammen zu arbeiten, ohne die Regierung. Stellen Sie sich vor, Sie wollen ein Mobiltelefon bauen. Sie brauchen andere Menschen, sie brauchen Leute, die Ihnen Geld zur Verfügung stellen, es ist riskant, und manche Risiken müssen versichert werden. All das ermöglicht Ihnen das Finanzsystem.
Wirtschaftskrise. Wie ein Gift frisst sich das Unsicherheitsgefühl in unsere Gesellschaften. Jetzt sehen wir: Sicherheitsgefühl macht nicht antriebslos. Im Gegenteil: Angst lähmt. Falter, 11. Juli 2012
Wie wir zur „Sicherheit" stehen, das hängt verdammt davon ab, wie man fragt. Würden Sie das „Risiko" der „Sicherheit" vorziehen? Eher nicht. Aber dafür die „Freiheit" der „Sicherheit"? Womöglich schon. Wir haben die Phrasen im Ohr, mit denen in den vergangenen Jahrzehnten von „Wirtschaftsvertretern" gegen die „Vollkaskomentalität" polemisiert wurde, gegen das Bedürfnis der Bürger, in einen langweiligen Wattebauschen aus „Sicherheit" gehüllt zu werden. Aber das Sicherheitsbedürfnis des Spießbürgers wurde auch von den Punks verlacht - Motto: „No Risk, no Fun" -, wahrlich seltsame Allierte der Neoliberalen.
Nur: Über das Sicherheitsgefühl kann man herrlich spotten, solange es in ausreichendem Maße vorhanden ist.
Aber seit dem Absturz in die Wirtschafts- und Finanzkrise haben wir nicht nur ökonomische Probleme, das Gefühl der Unsicherheit frisst sich in die Gesellschaften hinein. Ja, so ein eigentümliches Unsicherheitsgefühl, das sich ausbreitet, in jeden Einzelnen hinein. Es wirkt wie eine tägliche kleine Dosis Gift, sodass wir mit einem mal dauernd Leuten begegnen, die Angst haben. Und wir lernen plötzlich wieder, dass Unsicherheitsgefühle Auswirkungen auf das Verhalten von Menschen haben und damit wiederum ökonomische Auswirkungen - dass das Gefühl von Unsicherheit sogar noch mehr Unsicherheit produzieren kann.
Zittern Sie auch vor einer Machtübernahmen der griechischen Syriza? Fürchten Sie sich auch vor der Inflation? Oder sind Sie ohnehin überzeugt vom notwendigen Systemkollaps? Ein paar populäre (Vor-)Urteile über die Finanzkrise, und was es mit ihnen auf sich hat. Eine etwas gekürzte Version dieses Fact-Checks erschien im Falter vom 13. Juni 2012
Vier Jahre ist sie jetzt schon alt, die Wirtschafts- und Finanzkrise, begonnen hat es mit einer Bankenkrise, dann ging es weiter mit einer schweren Rezession und stockender Erholung und, wie immer nach Bankenkrisen, mit einer Staatsschuldenkrise. Aber wie meist gibt es auch ein Gutes im Schlechten: Wir alle haben viel gelernt über die Wirtschaft und auch über makroökonomische Fachkategorien. Die Zeitungen sind voll mit Artikel, in denen Worte wie „Nachfrage", „Leverage", „Zinsspreads" vorkommen, und verdammt viele Leute, die vor vier Jahren noch nicht mal diese Begriffe kannten, wissen heute, was es damit auf sich hat. Und noch etwas haben wir gelernt: Dass man simplen Parolen besser misstraut. Aber das ist nur die Hälfte der Wahrheit. Heute spuken neue eingängige Thesen herum, die von vielen Leuten geglaubt werden, auf die man aber besser ein paar Minuten kritischen Nachdenkens verschwenden sollte. Was hat es also mit diesen populären (Vor-)Urteilen auf sich?
„Alarm! Jetzt droht Inflation!"
„Inflations-Alarm! Bundesbank weicht den Euro auf!" titelte vor ein paar Tagen die deutsche „Bild-Zeitung". Und wie so oft schürt der Boulevard in diesem Fall nicht nur Ängste, sondern macht sie sich zunutze. Denn dass „unser Geld" bald nichts mehr wert sein wird, das befürchten viele Menschen. Die Zentralbanken haben in den vergangenen Jahren den Markt mit Geld geflutet. Das heißt, sie haben den Banken sehr viel Geld geliehen, damit der Finanzkreislauf zwischen den Instituten nicht ins Stocken gerät, oder - wie zuletzt die Europäische Zentralbank -, damit die Banken Staatsanleihen europäischer Staaten kaufen. Und da denken viele: Wenn mehr Geld im Umlauf ist, dann gibt es automatisch Inflation. Schon kurz nach der Finanzkrise wurde vorhergesagt, dass Hyperinflation die große Gefahr ist. Spätestens 2010, 2011 würde sie beginnen, die galoppierende Geldentwertung, wurde prophezeit. Aber die angekündigte Hyperinflation kam nicht. Warum? Mehr Zentralbankgeld löst nicht automatisch Inflation aus. Es braucht dafür ein „inflationäres Klima". Die Banken müssen mit dem Zentralbankgeld noch „mehr Geld" produzieren, indem sie wie wild Kredite an Unternehmen vergeben. Das tun sie nur, wenn die Wirtschaft brummt, Unternehmen also investieren wollen. Aber auch das reicht nicht aus. Die Konsumenten müssen in bester Laune sein und ihr Geld mit beiden Händen ausgeben. Erst dann ziehen die Preise der Waren an. Mit den Preisen müssen die Gehälter mitziehen, damit die Menschen auch Geld genug in der Tasche haben, die teureren Güter auch zu kaufen. Löhne steigen aber nicht in einer Depression mit hoher Arbeitslosigkeit, sondern erst bei annähernder Vollbeschäftigung. Erst dann dreht sich die Lohn-Preis-Spirale und die Inflationsrate klettert hoch. „Aber halt! Die Preise steigen doch!" mag man jetzt einwenden. Ja, aber das ist zum Großteil importierte Inflation, weil am Weltmarkt die Preise eines knappen Gutes steigen: Die Energie-, vor allem die Ölpreise. Aber das würden sie auch, wenn eine andere Geldpolitik gemacht würde. Das würden sie sogar, wenn es gar keine Krise geben hätte - dann würden sie womöglich sogar noch schneller steigen. Es ist fast ein bisschen kurios: Mitten in einer schweren Krise, mit Konjunktureinbrüchen und katastrophaler Jugendarbeitslosigkeit, machen sich manche Leute primär Sorgen um die Inflation - also und das so ziemlich einzige Problem, das wir im Augenblick nicht haben. Es kommt aber noch kurioser: Mancher Preisauftrieb, den die Bürger spüren, ist sogar die direkte Folge der Inflationsangst. Weil die Menschen Angst davor haben, dass ihr Erspartes an Wert verliert, investieren sie in scheinbar stabilere Anlagen - etwa in Immobilien. Deshalb steigen die Preise für Eigentumswohnungen und Häuser. Weil panische Vermögensbesitzer ihr Geld lieber in Beton als in Wertpapiere anlegen.
Ian Morris zeigt in seiner ausladenden Universalgeschichte, die bei den Affenmenschen beginnt, dass demnächst die Chinesen herrschen. Oder auch nicht. Falter, 13. April 2011
Daniel Cohn-Bendit, der „Monsieur Europe" der Grünen, erklärt, warum er wegen der Grünen Wahltriumphe nicht in Euphorie ausbricht - und weshalb er die Militäraktion gegen Gaddafi für notwendig hält. Falter, 6. April 2011
Muslime sind auch Menschen. Mehr noch: Individuen! Das Manifest der Vielen gegen Sarrazins Ressentimentfibel.
Ein einzelner Mann, Thilo Sarrazin, hat mit einem Buch die vergifteste Debatte angestoßen, die Deutschland wohl nach 1945 geführt hat - und deutsche Zuwanderer, Muslime und auch nicht, antworten nun in einem „Manifest der Vielen". Die literarische Form, die die Herausgeberin Hilal Sezgin, gewählt hat, ist damit selbst schon programmatisch, zeigt sie doch die Vielstimmigkeit derer, die in den groben Debatten in den „Muslim"- oder „Ausländer"-Schubladen verräumt werden. Sezgin, „Zeit"-Autorin und „taz"-Kolumnistin formuliert das in ihrem Beitrag so: „Überhaupt würde ich die These wagen: Muslime sind beinahe normale Menschen. Stärkere These: Individuen sogar! ... Leider muss ich sagen, dass ich in letzter Zeit einen Gutteil meines Geldes damit verdiene, diese Behauptung bis zur Absurdidätsgrenze zu widerholen". Das schmale Buch zeigt auch, welche Verwundungen die Sarrazins und Co. täglich schlagen, jene, „die Feindschaft zur ersten Pflicht des abendländisch inspirierten Humanisten erklären" (Mit-Autor Feridun Zaimoglu); was diese immerwährenden Debatten anrichten. „Wir verfallen nicht selten in den Glauben, nicht liebenswert und wertvoll zu sein - ein K.o.-Kriterium für ein gesundes Selbstbewusstsein", formuliert etwa der Blogger Ekrem Senol. Wer nicht bar jedes Einfühlungsvermögens ist, kann sich ausmalen, was das mit einem macht, wenn man das von Kindheit an spürt. Vielleicht ist da der gutgemeinte Reflex vieler Türkinnen und Türken, immerzu zu erklären, „wir Muslime sind ja gar nicht so", schon eine Sackgasse. Sezgin: „Nach klassischem Verständnis heißt Religionsfreiheit, dass erstens jeder das Recht hat, seinen jeweiligen Glauben zu praktizieren. Zweitens, dass er das Recht hat, an die Inhalte gar keiner Religion zu glauben. Vielleicht ist es an der Zeit, ein drittes Recht zu verteidigen: das, über die eigene Religion zu schweigen. Nicht ständig als Mitglied einer bestimmten Religion adressiert zu werden." Ein notwendiges Buch, nein: Ein Dokument des Behauptungswillens.
Robert Misik
Hilal Sezgin: Manifest der Vielen. Deutschland erfindet sich neu. Blumenbar-Verlag, 2011, Berlin, 229 Seiten, 13,30.- Euro
Der Berliner Kulturtheoretiker Joseph Vogl zeigt, dass die Prämissen der Mainstream-Wirtschaftswissenschaft für die Analyse realer Marktgeschehnisse nichts taugen. Falter, 9. März 2011
Jetzt kommen sie langsam in Serie heraus, die Erinnerungen abgewählter Politiker mit dem Arbeitstitel: „Die Welt stand am Abgrund. Aber ich habe sie gerettet". Nach dem deutschen Ex-Finanzminister Peer Steinbrück hat jetzt auch der britische Ex-Premier Gordon Brown ein Buch über die Monate vorgestellt, in denen die Welt knapp an einem Totalkollaps des Finanzsystems vorbeischrammte. Und obwohl man dem Labour-Premier Brown nachsagt, er sei ein witzloser Zahlenhengst und Besserwisser, liest sich das durchaus packend: Wie er plötzlich ein Getriebener ist, wie er seinem Kollegen George W. Bush den Ernst der Lage erklären muss, wie er im Flugzeug über dem Atlantik „einen Plan" zur Rekapitalisierung der Banken entwirft. Dabei muss man sich Gordon Brown als unglücklichen Mann vorstellen: Jahrelang stand er als Schatzkanzler im Schatten Tony Blairs, und als er ihm, wie lange angestrebt, endlich im Amt des Regierungschefs nachfolgt, fliegt ihm die Welt um die Ohren. Er macht als sachkundiger Wirtschaftsexperte alles richtig, verhindert Bankenzusammenbrüche, setzt ein massives keynesianisches Konjunkturprogramm in Gang, was eine ökonomische Abwärtsspirale abwendet - und wird dann erst recht abgewählt. Man erkennt in Brown aber auch den Moralisten. Neben seinen Ideen für neue ökonomische Regeln plädiert er immer wieder für eines: „Märkte brauchen Moral". Dass es blauäugig sei, Moral im Wirtschaftsleben zu fordern, das findet Brown ganz und gar nicht. Schließlich würden sich doch nicht nur die meisten Menschen im allgemeinen, sondern auch die meisten Wirtschaftstreibenden an ethische Standards halten. Fast alle tun das. Der Bäcker, der Schuster, das Modegeschäft, die Computerfirma - sie alle betrügen ihre Kunden nicht. So gesehen sei das ja von Bankern wirklich nicht zuviel verlangt, sich an ein paar Grundprinzipien zu halten.
Gordon Brown: Was folgt. Wie wir weltweit neues Wachstum schaffen. Campus Verlag, Frankfurt /M. - New York. 375 Seiten, 25,60.- Euro
Falter, 23. 2. 2011. Als Tony Judts Buch „Ill fares the Land" vergangenes Frühjahr erschien, wurde es allgemein als das politische Testament des schwer erkrankten New Yorker Intellektuellen gefeiert. Jetzt, wenige Monate nach seinem Tod, liegt es auch auf deutsch vor. Ob es eine so gute Idee war, die poetische Goldsmith-Zeile, die dem Buch den Titel gab, einfach wörtlich ins holpernde deutsche „Dem Land geht es schlecht" zu übersetzen, sei dahingestellt. Judts Buch ist eine Anklage gegen Totalkommerzialisierung, gegen die Ökonomisierung aller Werte, dagegen, dass die Reichen immer reicher werden und die Unterprivilegierten heute in krasser Chancenarmut leben. Vor allem aber ist sein Buch ein Plädoyer - für den Sozialstaat und für eine Sozialdemokratie, die ihre Aufgabe und ihre Idee wieder ernst nimmt. Seine These, die Linke müsse heute eine Kraft des Bewahrens werden, obwohl sie doch in der politischen Bilderwelt mit „erneuern" oder gar „radikal" verbunden wird, wird längst heftig diskutiert in europäischen Sozi-Kreisen. „Wenn die Sozialdemokratie eine Zukunft hat, dann als Sozialdemokratie der Angst", hat Judt formuliert. Ganz überzeugend ist das nicht.
Tony Judt: Dem Land geht es schlecht. Ein Traktat über unsere Unzufriedenheit. Hanser-Verlag, München, 189 Seiten, 19,50 Euro
Der Nerd als Revolutionär: Wikileaks-Lenin Julian Assange im Lichte seines Schrifttums. Falter, 8. Dezember 2010
Heute, Mittwoch, 29. September, 19 Uhr habe ich Wiener Kreisky-Forum Richard Wilkinson zu Gast, den Co-Autor des Buches "Gleichheit ist Glück. Warum gerechte Gesellschaften besser für alle sind". Im Folgenden die Langfassung eines Interviews, das ich für den aktuellen "Falter" mit Wilkinson führte.
Der Soziologe Sighard Neckel hat die Parallelgesellschaft der Reichen und Einlfussreichen erforscht. Morgen, Donnerstag, 23. September, habe ich ihn im Bruno-Kreisky-Forum zu Gast. Für den Falter habe ich vorab schon folgendes Interview mit ihm geführt.
„Strukturierte Verantwortungslosigkeit - Berichte aus der Bankenwelt", so heißt das neue Buch, das der Soziologe Sighard Neckel gemeinsam mit seinen Kolleginnen Claudia Honegger und Chantal Magnin herausgegeben hat. Dem ist ein großangelegtes Forschungsprojekt vorausgegangen, an dem die Soziologieinstitute der Universitäten Wien und Bern sowie das berühmte Frankfurter Institut für Sozialforschung beteiligt waren. In vielen dutzend Gesprächen mit Bankern in Österreich, der Schweiz und Deutschland wurde der Frage nachgegangen: Wie ticken die Banker eigentlich? Sighard Neckel, 53, selbst Leitungsmitglied des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, ist seit 2008 Vorstand des Soziologieinstituts an der Universität Wien - und damit einer der prominentesten Neuzugänge im Wiener akademischen Betrieb.
Buchpräsentation: Donnerstag, 23. September, 19 Uhr. Bruno-Kreisky-Forum. Armbrustergasse 15. 1190 Wien.
Anliegen wie soziale Gerechtigkeit, angemessene Löhne, Chancengleichheit, eine ordentliche Gesundheitsversorgung für alle stehen, das zeigen alle Umfragen, ganz oben auf der Prioritätenliste der Bürger. Dennoch ist es nicht gut um die Sozialdemokraten in Europa bestellt. Die Parteistrukturen sind von vorgestern, an der Rampe stehen blutleere Karrieristen oder fade Apparatschiks, und wofür die Parteien so stehen, davon hat man eine ungefähre Ahnung, aber so richtig exakt weiß man das nicht. Und wenn es mal jemand zu erklären versucht, dann kommt Politikkauderwelsch raus, aber bestimmt keine „farbige, eigenwillige Sprache". Wie es dazu kam - und ob sich daran noch etwas ändern ließe -, das analysiert Franz Walter, Deutschlands renommiertester Parteienforscher, in einen feinen, kleinen Suhrkamp-Band: „Vorwärts oder abwärts? Zur Transformation der Sozialdemokratie."
Am kommenden Montag, 6. September, spricht Franz Walter im Rahmen der Reihe „Genial dagegen" im Wiener Kreisky Forum. Armbrustergasse 15, 1190 Wien, 19 Uhr.
Da sieht man wieder einmal, wozu Soziologie nützlich sein kann: Ein Forscherteam fragte Banker über die Finanzkrise aus. Falter, 7. Juli 2010
Stephan Schulmeister macht in seinem neuen Buch Vorschläge zur Budgetkonsolidierung und für einen „New Deal" in Europa. Falter, 30. Juni 2010.
Roger Liddle war einer der führenden Strategie-Denker Tony Blairs. Patrick Diamond war bis zuletzt Head of Policy Planing im Office von Premierminister Gordon Brown. Kommenden Montag habe ich beide zu Gast in meiner Reihe "Genial dagegen" im Kreisky-Forum. Im Vorfeld führte ich mit Liddle schon mal dieses Interview. Falter, 2. Juni 2010
Termin: Montag, 7. Juni. Roger Liddle & Patrick Diamond: The Only Way To Renew European Social Democracy. Kreisky-Forum, Armbrustergasse 15, 1190 Wien, 19 Uhr
Tony Judt, der schwer kranke New Yorker Intellektuelle, hat gute Ratschläge für die Sozialdemokratie im Kampf gegen den „Klepto-Kapitalismus". Falter, 26. Mai 2010





Recent Comments