Wer Israel wirklich schadet

Das programmierte Skandälchen: Heute erscheint weltweit das Buch „Die Israel-Lobby“ von John Mearsheimer und Stephen Walt. Es ist das, was man gemeinhin so „provokant“ nennt, aber sicher kein Geniestreich. Eher: Ein gutes schlechtes Buch. taz, 4. September 2007

 

Die Auslieferung des Buches ist generalstabsmäßig organisiert und von Geheimniskrämerei begleitet, wie das ansonsten nur bei Harry-Potter-Romanen üblich ist. Es kommt in den USA und in Europa zeitgleich am heutigen Dienstag auf den Markt. Alles wurde getan, damit nur ja keine Halbsätze vorab durchdringen – als wäre es ein Thriller, auf dessen letzten Akt alle warteten. Die Bataillone sind aufgestellt. Und der Skandal programmiert.

 

Verglichen mit dem großen „Tabubruch“-Gefuchtel nimmt sich das Buch „Die Israel-Lobby. Wie die amerikanische Außenpolitik beeinfluss wird“, der beiden US-Politologen John J. Mearsheimer und Stephen Walt fast brav aus. Es ist so etwas wie die Langfassung ihres Essays, der vor knapp eineinhalb Jahren in den USA für helle Aufregung sorgte. Ihr seinerzeitiges „Working-Paper“ hatten die beiden Autoren eigentlich für das Magazin „The Atlantic“ geschrieben, dessen Chefetage aber kalte Füße bekam. So musste es im „London Review of Books“ erscheinen. „Seit Samuel Huntingtons ‚The Clash of Civilisations’ hat kein akademischer Essay mit solcher Wucht detoniert“, schrieb später die „New York Review of Books“.

 

Das Buch ist nun eine faktenfette Studie geworden, sachlich im Ton, wie nicht anders zu erwarten, wenn ein Politikprofessor aus Chicago und einer von der Harvard-Universität über Mechanismen der Politik-Steuerung schreiben – denn das ist es ja schließlich, was „Lobbies“ tun. Die Autoren breiten eine Fülle von beeindruckendem Material aus, und beweisen, was ohnehin jeder, der sich mit der Sache beschäftigt hat, heute weiß: Es gibt eine Vielzahl proisraelischer US-Organisationen, angeführt vom „American Israel Public Action Committee“ (AIPAC), der „Anti Defamation League“ und anderen Gruppen, die ziemlich effektiv sind. „Beeinflusst die Israel-Lobby Amerikas Außenpolitik?“, hatte der renommierte New Yorker Professor Tony Judt schon anlässlich von Mearsheimers und Walts Ur-Essay gefragt und festgestellt: „Natürlich tut sie das, es ist eines ihrer Hauptziele, und sie ist darin ziemlich erfolgreich.“

 

Es ist mit dem Begriff der „Israel-Lobby“ so eine Sache. Schon das Wort selbst hat, im Unterschied etwa von „Rentnerlobby“ oder „irischen Lobby“ einen verschwörungstheoretischen Beiklang und spielt auf die Mutter aller Verschwörungstheorien an: auf die des kosmopolitischen Juden, der unpatriotisch ist, und alles für seine Leute tut. Wer „Israel-Lobby“ sagt, muss sich fragen lassen, ob er Antisemit sei. Aber diese Frage ist, das ist eine der Kompliziertheiten dieses Themas, schon eine Mobbing-Strategie: die proisraelischen Pressure-Groups stellen mit dem Antisemitismus-Vorwurf alle kritischen Positionen als illegitim dar.

 

Mearsheimer und Walt tun deshalb alles, um entsprechende Vorwürfe schon im Vorfeld zu entkräften. Die Israel-Lobby bestünde bei weitem nicht nur aus Juden, stellen sie fest, und schon gar nicht vertrete sie die Ziele der amerikanischen Juden – denn während in der Lobby die Hardliner den Ton angeben sind die US-Juden immer noch mehrheitlich auf der linksliberalen Seite. Die Loyalität amerikanischer Juden zu Israel ist nichts Schlechtes, ein „unvermeidliches Element jeder ‚Schmelztiegelgesellschaft’“, beteuern sie, und auch nichts anderes als die Hilfsbereitschaft irischer oder italienischer Amerikaner gegenüber ihren ethnischen „Brüdern“. Ein ganz normaler Diaspora-Sachverhalt eben. 

 

Die Lobby-Organisationen im engen Sinn sind extrem effektiv und Mearsheimer/Walt beschreiben, warum. Single-Issue-Gruppen, die nur ein Ziel auf ihrer Agenda haben, dies aber mit Verve verfechten und außerdem über erhebliche finanzielle und publizistische Macht verfügen, stehen ziemlich optimal da. Wohlverhalten von Politikern wird honoriert, wenn man sich aber gegen sie stellt, orchestrieren sie einen Aufschrei und drehen die Spendenflüsse ab, und dem steht kein Vorteil gegenüber, weil es keine Gegenlobby gibt. Das gilt für die „Israel-Lobby“ nicht anders als die Agrarlobby.

 

Das Problem bei Mearsheimer und Walt ist, dass sie einen ziemlich ausgefransten Lobby-Begriff pflegen. Für sie gehört nicht nur der Kern der pro-israelischen Organisationen wie AIPAC oder ADL zur Lobby, sondern auch das weite Spektrum der „Neokonservativen“, die christlichen Ultrarechten, eine große Zahl an Think-Tanks und unzählige Einzelpersonen. „Die Verwendung des Begriffs ‚Israel-Lobby’ ist etwas irreführend, weil viele der Einzelpersonen und einige der Gruppen (...) keine unmittelbaren Lobby-Aktivitäten ausüben.“ So weit gefasst ist die „Lobby“ freilich nichts anderes als ein Meinungsspektrum – jener Teil der amerikanischen Rechten und Ultra-Rechten, die für eine aktivistische Außenpolitik plädieren.

 

Um dieses gesamte Spektrum der „Israel-Lobby“ zuzuschlagen, müssen sie ihrem Argument bisweilen etwas Gewalt antun. Daraus folgt ein Hang zu monokausalen Erklärungen. Die gesamte neokonservative Argumentationslinie, der Jargon vom Demokratieexport mit militärischen Mitteln, der Antiarabismus und die „War-on-Terror“-Rhetorik wird damit erklärt, dass die Protagonisten letztendlich nur die Sicherheitsinteressen Israels im Auge hätten. Auch der Irakkrieg erkläre sich „zu einem guten Teil durch den Wunsch, Israel mehr Sicherheit zu verschaffen“, ohne die Lobby hätte „es sehr wahrscheinlich keinen Krieg gegeben“.

 

All das ist nicht ganz falsch, aber auch nicht die ganze Wahrheit. Der Neokonservativismus ist eine zu umfassende Ideologie, als dass sie auf einen Beweggrund reduziert werden könnte.

 

Wenngleich die jüdischen Organisationen nichts anderes machen, als andere ethnische Lobbys auch, sei es freilich keiner anderen gelungen, die US-Politik „so weit von dem abzubringen, was eigentlich im amerikanischen Nationalinteresse läge“. Dies ist das zentrale Argument der Autoren: dass die Lobby den USA schadet – und Israel. „Die Lobbyisten, die sich am eifrigsten für eine bedingungslose Unterstützung durch die USA eingesetzt haben, haben (...) unbeabsichtigt dem Land, dem sie eigentlich helfen wollten, schweren Schaden zugefügt.“ Israel stünde besser da, hätte sanfter Druck seine Führung zu einer Friedenspolitik gedrängt und die USA hätten ein paar Probleme weniger, wenn sie das beizeiten getan hätten. Ein doppelter Schaden.

 

Außer verbohrten Propagandisten der Likud-Politik wird das kaum jemand bestreiten. Dennoch hängen die Autoren einem etwas altmodischen Begriff des „nationalen Interesses“ an. Mag sein, dass Israel geostrategisch wertlos und eine Bürde ist und dass die Unterstützung, die Washington Israel gewährt, in der arabischen Welt den Antiamerikanismus schürt. Aber dennoch kann es auch im „nationalen Interesse“ liegen, einen Partner zu unterstützen, der unpopulär ist, wenn man mit dem durch gemeinsame Werte verbunden ist. Was denn eigentlich der Begriff „nationales Interesse“ in einer globalen Ordnung noch bedeuten kann, wird nirgendwo in dem Buch tiefer gehend diskutiert.

 

Es ist, kurzum, eines von jener Art Bücher, denen man am ehesten mit folgender Formel gerecht wird: Es ist ein gutes schlechtes Buch. Am besten sieht man es als Symptom: Die pro-israelischen Organisationen haben in den vergangenen Jahren den Bogen entschieden überspannt und die vielen Führer jüdischer Gruppen und Gemeinden haben weder ihren Mitgliedern noch Israel einen Dienst erwiesen, dass sie sich vor den Karren von Scharon, Olmert & Co. spannen ließen. Spätestens mit den aggressiven, global orchestrierten Kampagnen gegen jüdische Kritiker der israelischen Militär- und Siedlungspolitik, die zuletzt beinahe im Monatsrhytmus vom Zaun gebrochen wurden, wurde eine Grenze überschritten. Persönlichkeiten wie Tony Judt oder Tony Kushner mussten sich sagen lassen, sie seien jüdische „Israel-Hasser“. Kein Vorwurf war zu abstrus, als dass er nicht geäußert wurde: So wurde sogar Ex-US-Präsident Jimmy Carter beschuldigt, er sei ein Antisemit, weil er die Entrechtung der Palästinenser in den besetzten Gebieten beklagte.

 

Die Machtübernahme der Hardliner in den jüdischen Organisationen passierte nicht zufällig. Sie wurde seit dreißig Jahren durch die Likud-Partei in Israel gefördert, die begriffen hat, wie nützlich es ihr wäre, wenn die Diaspora-Organisationen, besonders in den USA von rechten Haudraufs geführt wären. Die versuchen nun, so Mearsheimer/Walt, „Andersdenkende zum Schweigen zu bringen“. Die Klügeren der neokonservative Ideologen, wie der Publizist William Kristol haben mittlerweile erkannt, dass „die etablierten jüdischen Organisationen die Antisemitismus-Karte so oft ausgespielt haben, dass sie nicht mehr sticht“.

 

Den komplexen emotionalen Prozessen in den jüdischen Organisationen selbst widmen sich die Autoren kaum. Sie beruhigen sich damit, dass die Mehrheit der amerikanischen Juden im Lager der Demokraten steht – während die Anführer der „Lobby“-Organisationen weit rechts stehen. Das verschließt aber die Augen vor dem Phänomen, dass auch innerhalb der Gemeinden die moderaten Kräfte unter Druck geraten sind. Warum? Weil viele in der Diaspora aus schlechtem Gewissen und nachvollziehbarer Überidentifikation „150-prozentige Israelis“ sind, weil das Friedenslager demoralisiert und eingeschüchtert ist, weil die Propaganda, wonach es auf arabischer Seite „keinen Friedenspartner“ gäbe, gegriffen hat und, generell, weil die globale islamistische Welle schwere Verstörungen hervorruft. Ein Bedrohungsgefühl. Angst, gewiss, ist immer ein schlechter Ratgeber, und wenn sie sich mit den Post-Holocaust-Traumata paart, dann versagt „der Verstand“ (Leon Wieseltier) schnell vollends.

 

Über diese Emo-Spirale findet sich wenig in dem Buch der beiden Wissenschaftler. Dafür hätte es auch einen Schuss Empathie für das Objekt ihrer Kritik bedurft. So beschreibt das Buch nicht nur einen Meinungskampf, es ist bereits Teil desselben.

 

John J. Mearsheimer / Stephen Walt: Die Israel-Lobby. Campus-Verlag, Frankfurt 2007. 546 Seiten. 24,90.- Euro



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1 Comment


Hallo !
Ich habe mir mal Ihren Artikel zu dieser wichtigen "ISRAELlobby"-Sache näher angeguckt. - Obwohl er intelligent geschrieben ist, leidet er an v i e r schweren Fehlern deren Abschnitte ich untenhin kopiert habe, und wird so, trotz seiner zutreffenden Kritik, zur Flankierung eines schlechten Buches für eine schlechte Sache.
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Es ist mit dem Begriff der „Israel-Lobby“ so eine Sache. Schon das Wort selbst hat, im Unterschied etwa von „Rentnerlobby“ oder „irischen Lobby“ einen verschwörungstheoretischen Beiklang und spielt auf die Mutter aller Verschwörungstheorien an: auf die des kosmopolitischen Juden, der unpatriotisch ist, und alles für seine Leute tut. Wer „Israel-Lobby“ sagt, muss sich fragen lassen, ob er Antisemit sei. Aber diese Frage ist, das ist eine der Kompliziertheiten dieses Themas, schon eine Mobbing-Strategie: die proisraelischen Pressure-Groups stellen mit dem Antisemitismus-Vorwurf alle kritischen Positionen als illegitim dar.
- - Hier wird dem Autor die "Gefahr" des unsachlichen oder vorschnellen Gebrauchs des Antisemitismusarguments, man möchte fast sagen, natürlich, wichtiger als das Aufdecken des verschwörungs"thoretischen" Beiklangs.
Fände er nicht diese proisraelische Gefahr so gefährlich, wäre er vielleicht so frei, daß "ISRAEL-Lobby" - im Volksmund auch Judenlobby, imperialistische Zionisten, faschistische Landräuber oder zionistisch-imperialistische Ausbeuter genannt -- nicht theoretisch, sondern ganz praktisch an die seit Henry FORD 1917/25 auch in den USA massiv verbreiteten propagandistischen Fiktion einer freimaurerisch-jüdischen Weltverschwörung anknüpft und modernisiert an die so genannte "Gegen die NWO"-Bewegung.
Ganz nebenbei handelt es sich bei dieser als Totalaufklärung verstandenen genauso weltweit propagandagierten Fiktion um ein Kernelement der spätstalinistisch und KGB-geführten östlichen Massenbeeinflussung, speziell der arabischen Staaten war, um den roten Faden von "Mein Kampf" bis nach Auschwitz und von der Serie islamischer Judenmassaker von 1920 bis zum Hamas und Iranregieme, bzw. um das seit 1919 schrittweise mit der Islamdoktrin fusionierte Element der Fanatisierung, - sowie die pan-religiöse Brücke zwischen diesen und anderen R(ache)A(ntisemiten)Fraktionen.
Somit ist die fjWV-Denkfigur und ihre immer wieder modern variierten "Protokolle"-Schriften die bis heute wirkungsmächtigste destruktive und blutigste Idee, die mentale WMD, die in den deshalb traditionell besonders deutschfreundlichen Staaten auch direkt unter behördlicher, wie die der PA Verantwortung oder als TV-Film verbreitet wird oder direkt als die Variante Hitlers.

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Daraus folgt ein Hang zu monokausalen Erklärungen. Die gesamte neokonservative Argumentationslinie, der Jargon vom Demokratieexport mit militärischen Mitteln, der Antiarabismus und die „War-on-Terror“-Rhetorik wird damit erklärt, dass die Protagonisten letztendlich nur die Sicherheitsinteressen Israels im Auge hätten.

- - Wenn es sich um massive Unterstützung oder Aufrüstung arabischer Staaten oder der Palästinenser handelt, ist es verlogene Halbherzigkeit oder direkt "nur" Imperialismus ( - seitens der Sowjetunion "natürlich" nicht), - geht es aber um ISRAEL-stärkend-basierte US-Politik ist es natürlich schlimmer, Zionismus, und zwischendurch bis in den WDR hinein, seit KPD 1925 oder KGB 1955, immer wieder mal "Faschismus". - Daß die monokausale Argumentation undzwar gleich doppelt zur Logik dieser Antiwestimperialisten gehört, wie über die RAF hinaus bis zum "struktuellen Antisemitismus" der dominierenden heutigen LINKsen oder bestimmter Rechtssorten, zum Antiamerikanismus wie erstrecht zur Weltverschwörungsidee/-Propaganda.
- - Wüßte man jetzt, was noch genau die W-o-Terror-Rethorik ist, könnte man vieleicht ausführen, daß ISRAEL und die USA nicht allein, aber vorrangig im Fadenkreuz der durch die Weltverschwörungsdenk-Propaganda fanatisch-aufgeladenen Politk der rechten, linken und islamischen Amtizionisten und der "mittleren" antiwestlichen Kulturalisten stehen und schon deshalb besondere gemeinsame Interessen haben.

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Außer verbohrten Propagandisten der Likud-Politik wird das kaum jemand bestreiten. Dennoch hängen die Autoren einem etwas altmodischen Begriff des „nationalen Interesses“ an. Mag sein, dass Israel geostrategisch wertlos und eine Bürde ist und dass die Unterstützung, die Washington Israel gewährt, in der arabischen Welt den Antiamerikanismus schürt. Aber dennoch kann es auch im „nationalen Interesse“ liegen, einen Partner zu unterstützen, der unpopulär ist, wenn man mit dem durch gemeinsame Werte verbunden ist. Was denn eigentlich der Begriff „nationales Interesse“ in einer globalen Ordnung noch bedeuten kann, wird nirgendwo in dem Buch tiefer gehend diskutiert

- - Altmodisches "nationales Intresse" ? Für Deutschland und andere postnazistische und poststalinistische künstliche Gebilde vielleicht. Im übrigen passt ein engstirnig borniert-nationalistische Welt-Blick doch gerade bestens auf die monokausale und emotionale anti-internationalistische Matrix der Antiweltlobbyisten. - Wundert Sie das wirklich ?

- Ist es nicht so, das wo die anderen ISRAEL-nützen-durch-Druck-machen-Freunde die ganze Siedlung oder wenigstens das "zionistische Regime" angreifen oder von der map of history wischen wollen, Sie einfach den Sündenbock LIKUD setzen, obwohl sich doch in der Realität wie in der antizionistischen Agitation der Selbstbetrug mit den rechten Falken und den linken, unverbohrten Tauben meist nicht lange hinkam, - eigentlich als Nationalisten oder eben perfide Zionisten allesamt den rassistischen oder faschistischen Charakter des "Gebildes" gemeinsam beweisen. Und wenn man beide positiver sehen möchte, bleiben ja immer noch die Beziehungen zu religiös konservativen oder Parteien, die von Arabern Loyalität für die Staatsbürgerschaft verlangen oder am Schlimmsten, die Siedler im staatsherrenlosen Gebiet nicht verjagen wollen, um die Salamitaktik der "moderateren" Weltverschwörungsgläubigen, Zionisten-haben-Holocaust-inspiriert-Aufklärer, Volksbefreier und Schariaten als Friedensplan zu verkaufen und ISRAEL rechts davon liegen zu lassen. So wie es intensivst auch im Verhältnis zum Iranfaschismus monatelang auch diesen Winter/ Fühling in den Sendermedien deutlich wurde.

Vielleicht könnte man aber endlich auch im Lichte des Wissens um die oben beschriebene Wirkungsmacht, der Durchdringung der islamischen Gesellschaft mit Hitler-Stalin'schem Gedankenschlecht, sich vorstellen, daß die ISRAELis dies offiziell anscheinend weitgehends ignorieren, daß sie es sich im Gegensatz unserer ISRAELkritiker hier nicht leisten können, die fanatischen und militärischen Folgen zu ignorieren. Zumindest könnte man dank Internet oder israelnetz, memri.org oder palWatch.org und ähnlichem die anhaltende Dauerbeeinflussung vom Typ Der Stürmer rezipieren, die eigene Vorstellungslogik sich ohne die üblichen sozialpsychologischen Terrorversteher- und Indianerbeschützer-Instinkte an der langjährigen Realität blamieren lassen und den allgemeinen und bornierten Standpunkt der verbohrten "psst, man wird ja noch kritisierendürfen"-Propagandisten verlassen, der mittlerweile zum antisemitischen Jargon als guten Ton in der UNO geführt hat oder zu Anträgen der Art, daß Antisemitismus nicht mehr als Rassismus sondernals teil des Widerstandes anzusehen ist. - Sage keiner, diese wären nicht kreativ und es bewege sich nur die mystische Spirale der Gewalt.

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Das verschließt aber die Augen vor dem Phänomen, dass auch innerhalb der Gemeinden die moderaten Kräfte unter Druck geraten sind. Warum? Weil viele in der Diaspora aus schlechtem Gewissen und nachvollziehbarer Überidentifikation „150-prozentige Israelis“ sind, weil das Friedenslager demoralisiert und eingeschüchtert ist, weil die Propaganda, wonach es auf arabischer Seite „keinen Friedenspartner“ gäbe, gegriffen hat und, generell, weil die globale islamistische Welle schwere Verstörungen hervorruft. Ein Bedrohungsgefühl. Angst, gewiss, ist immer ein schlechter Ratgeber, und wenn sie sich mit den Post-Holocaust-Traumata paart, dann versagt „der Verstand“ (Leon Wieseltier) schnell vollends.

- - Klar, die unpassenden Mehrheitsjuden wie die Exlinken um Jerusalem sind allermeist Psychos, - da hat der Deutschbürger viel emotional begründetes Verständnis, - '45 wollte der auch endlich heim, wie der KGBinternationalist eben nicht und holt sich beim BuPräs die nächste VolksGesinnungsMedaille ab trotz amtisemitischer Ausrichtung der ISRAELproblemlösungsvorschläge.. . . .Eine Real-Er-fahrung mit dem Scheitern linkszionistischer, pazifistischer, Landverzicht und sonstiger Filetierungs-Darreichungen gibt es auf keinen Fall, aber Einschüchterung nicht durch die djihadische Befreiungsmordnotzucht, wohl noch durch die eigenen Leute, die immer mit ihrem militaristischen Sicherheitsapparat blutig herumfuchteln müssen, - das projezierte Nach-Ostblock- Friedensl a g e r ist anscheinend dermaßen Opfer der "Rechten", wie das ja auch die "Friedenspolitik" des Ostblocks durch die NATO oder wenigstens ihrer militärisch-industriellen komplexbeladenen Falken ganz sichersichersicher ist. Und überhaupt müßten die alle mal als islamophobe Verstandv e r s a g e r auf die Couch, wenn schon ISRAEL nicht dahinzubewegen ist - und überhaupt ist es nur wieder die - wodurch motivierte ? - die Propaganda vom fehlenden Friedenspartner, die verfangen hat, - nicht etwa, daß die "weltweite islamistische Welle" ( Surf-, Konversions- oder Friedenswelle ? - letztere würde mich auch schwer verstören ) einen tatsächlich begründeten Effekt verbunden mit begründeter Angst der Vorsicht hat, die vielleicht erstmals Millionen von Menschen wenigstens ein psychologisch oder taktisch begründetes Verständnis für ISRAEL erweckte, was dem Befreiungs- und Entführungsterror der Genossen auch mancher TAZ-Schreiber verwehrt war, - nicht zuletzt, weil unter KGB-Regie, 68er- und kulturrevolutionärer Euphorie alles durch die Ost-West-, Rechts-Links-, Rot-Schwarz-, kurz antikapitalistische Friedenslager-Brille gesehen werden "mußte" und sollte. -
Manchmal jedoch privat wie politisch ist Angst wie Schmerz ein guter Hinweis darauf, die eigene Manie zu analysieren - wovon bei Ihnen mögliche Ansätze formulitorisch meist zu Beginn bestimmter Absätze in der Figur bornierten Gegner oder "Sekte" oder des Antifriedens-Lagers ausgegrenzt-niedergemacht werden. Manchmal ist es ratsam, auch lebensfördernd, mit ihnen zu brechen und sich realitätstüchtiger anzupassen. - Im Umkehrschluss bleibt auch bei Ihnen nichts als Sündenbock-Projektion, auch wenn man sich da noch so stielsicher bedeckt und rethorisch Distanz zu halten versucht, - ja, diese Klippen kennen Sie. - Die eigentliche Distanz zum Grund-und-Folge-Zusammenhang, zur Wahrheit, Ihre Distanz dazu
- abgesehen und unbesehen aller im Buch oder in und um ISRAEL vorhandenen und falsifizierbaren Daten und Fakten vor Ort -- zeigt sich anhand der auch hier besonders wirkmächtigen, weil im Einklang wie generell, unterlassenen Darstellung und unterlassenen Berücksichtigung der seit 1919 propagierten friedensfeindlichen islamischen und Fanatismus-Motivation rund um die Weltverschwörungsmatrix. Daß diese Hitlerformel wie angerissen nicht nur die strategische Brücke brauner Kolaboration und Identifizierung war, sondern dermaßen auch "roter" ( ist), und diversifiziert dazukommend auch noch als Grün-grüner Islamverstärker so als das Gift der Großen Lüge über verschiedene "Friedens"-Angebote nachwirkt, sollte anlässlich des ISRAEL-Lobby Defamation-Buches und der auch links wie rechts kreisenden Illuminaten-NWO-Hysterie
- Es fragt sich nur, welcher Art von . . . Fortsetzung folg.

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Robert Misik
robert@misik.at

Journalist & Sachbuchautor
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